Muri

Richtig handeln, wenn giftige Stoffe auslaufen

Bevor der Patient ins Spital verlegt werden kann, muss sein Körper dekontaminiert werden.

Bevor der Patient ins Spital verlegt werden kann, muss sein Körper dekontaminiert werden.

«Gefahrengüter auf Schiene und Strasse» – dies war das Thema der Weiterbildung für Aargauer Rettungsdienste in Muri. Gegen 100 Personen liessen sich theoretisch unterrichten und erfuhren an drei Posten konkret, was im Ernstfall getan werden muss.

Das Thema kommt nicht von ungefähr: Durchschnittlich vier Mal pro Tag geschieht in der Schweiz ein kleinerer oder grösserer Chemieunfall. Unzählige Lastwagen und Güterzüge mit giftigen oder brand-gefährlichen Inhalten rollen täglich durch die Schweiz.

«Die Rettungsdienste können jederzeit an solchen hochgefährlichen Unfallorten im Einsatz stehen», stellt Heini Erne vom kantonsärztlichen Dienst fest. Erne ist zuständig für die sanitätsdienstliche Katastrophenbewältigung. Nur wer entsprechend ausgebildet und vorbereitet ist, kann solche Einsätze optimal bewältigen.

Weiterbildung erfolgt jedes Jahr

Die Weiterbildung für Rettungskräfte wird jedes Jahr mit unterschiedlichen Themen angeboten; letztes Jahr ging es um Strahlenunfälle. Sie ist zwar freiwillig, allerdings sind 50 Stunden Weiterbildung pro Jahr für alle Rettungskräfte Pflicht.

Am Dienstag konnten die Organisatoren auf die Unterstützung durch das Kreisspital für das Freiamt in Muri, die Chemiewehr Dottikon und die Stützpunktfeuerwehr Muri+ zählen.

Während das Spital für die Verpflegung sorgte, stellte die Feuerwehr unter anderem ihre Infrastruktur zur Verfügung. Zu jeder Zeit war dadurch gewährleistet, dass genügend Rettungskräfte für einen Ernstfall einsatzbereit waren.

Spannende Referate

Der ganze Vormittag war ausgefüllt mit Referaten zum Thema. So stellte beispielsweise Roland Meister, Leiter Sicherheitsüberwachung der SBB, die Überwachung der Gefahrentransporte auf dem SBB-Netz vor.

Felix Strebel, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Muri+, machte die Teilnehmenden mit den Mitteln und Möglichkeiten «seiner» Feuerwehr bekannt, Adrian Caluori mit denjenigen der Chemiewehr Dottikon.

David Bürge vom Kantonalen Katastrophen Einsatzelement (KKE), dem Einsatzmittel des Aargauer Regierungsrates bei Katastrophen und in Notlagen, zeigte auf, was seine Stelle im Ernstfall bereitstellen kann.Marco Brossi befasste sich generell mit dem Transport gefährlicher Güter.

Am Schluss der Weiterbildung führte Ulrich Giezendanner, SVP-Nationalrat und Transportunternehmer, aus, wie der Strassentransport sicher gestaltet wird.

Schliesslich zeigten Aussteller ihre Produkte im Bereich Ambulanzfahrzeuge, Arbeitssicherheit und Medizin.

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