Nutzungsplanung

Revidierter Entwurf sagt, wie sich Villmergen in Zukunft entwickeln soll

Blick über Villmergen von der katholischen Kirche aus.

Blick über Villmergen von der katholischen Kirche aus.

Die Revision der Nutzungsplanung kommt in die öffentliche Auflage. Am 20. September, um 19 Uhr, findet zudem eine öffentliche Infoveranstaltung in der Mehrzweckhalle Dorf statt.

Die Revision der Nutzungsplanung in Villmergen hat sich auch deshalb etwas verzögert, weil 2014 die übergeordnete Gesetzgebung grundlegend geändert worden ist. Jetzt liegt der revidierte Entwurf vor und wird vom 18. September bis 17. Oktober öffentlich aufgelegt, teilt die Gemeinde Villmergen mit. Am 20. September, um 19 Uhr, findet zudem eine öffentliche Infoveranstaltung in der Mehrzweckhalle Dorf statt.

Planwerke an Situation anpassen

«Seit 2010 sind Villmergen und Hilfikon eine Gemeinde. Ausserdem ist die Nutzungsplanung bereits zwanzig Jahre alt. Diese Ausgangslage macht eine Gesamtrevision unumgänglich», hält Reto Studer, Leiter Bau, Planung und Umwelt, in der Medienmitteilung fest. Mit einer einheitlichen, zeitgemässen Bau- und Nutzungsordnung für die Ortsteile von Villmergen und Hilfikon lege die Gemeinde fest, wie sie sich im Zeitraum der nächsten 15 bis 25 Jahre entwickeln wolle.

Begonnen wurde mit der Revision 2012. Gestützt auf einen Mitwirkungsprozess hatte der Gemeinderat zuvor ein räumliches Gesamtkonzept (RGK) beschlossen. Die Arbeiten gingen zügig voran. Bereits Mitte 2013 konnte das Dossier für eine erste fachliche Stellungnahme beim Kanton eingereicht werden.

Insbesondere die grundlegenden Änderungen der übergeordneten Vorgaben (u. a. neues Raumplanungsgesetz (RPG), Revision der kantonalen Richtpläne und des Baugesetzes) führten dann jedoch zu Verzögerungen im Planungsablauf und einem Paradigmenwechsel in der Raumplanung: «Sowohl das RPG als auch der kantonale Richtplan fordern eine konsequente Entwicklung nach innen», hält Studer fest.

Die Ortsplanungsrevision sei darauf in einem intensiven Prozess überarbeitet und für die öffentliche Mitwirkung und die zweite kantonale Vorprüfung freigegeben worden. Nach entsprechenden Anpassungen erfolgte die abschliessende Vorprüfung des Kantons mit Bericht vom 11. Mai 2017. Weitere Anpassungen hätten zudem die Bestimmungen zum Mehrwertausgleich und zur Baulandverflüssigung im neuen Baugesetz erfordert.

Was sich ändert

Mit der Revision verfolge die Gemeinde eine qualitätsorientierte Innenentwicklungsstrategie mit auf die Ortsteile abgestimmten Massnahmen. «Dazu gehörten die Schaffung der neuen Zentrumszone mit Gestaltungsplanpflicht, sowie die Ausscheidung einer «Wohnzone WI Nachverdichtung» und weitere Umzonungen», hält Studer in seinen Erläuterungen fest.

Unterstützt und ergänzt würden diese Massnahmen insbesondere durch die Nichtanrechnung der Unter-, Dach- und Attikageschosse an die Ausnützungsziffer, die Abschaffung des Mehrlängenzuschlags und einen Nutzungsbonus für unterirdische Parkierung. Um eine hohe Qualität der Freiräume zu gewährleisten, habe die Gemeinde ausserdem eine Freiraumplanung erarbeitet, deren wichtigste Resultate in die Planung eingeflossen seien.

Beim kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) sind die Abstimmung Siedlung, Verkehr und Landschaft mit dem parallel erarbeiteten KGV sichergestellt worden. Bei den Schutzobjekten und Schutzzonen definierten die Nutzungspläne Siedlung und Kulturland eine Reihe von Schutzobjekten. Die Unterschutzstellung stütze sich dabei auf das kantonale Bauinventar und das kommunale Natur- und Landschaftsschutzinventar.

Die Pflege des Orts- und Landschaftsbildes mache es unabdingbar, dass prägende Bauten und Naturdenkmäler für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. Ein weiterer Revisionsbedarf betreffe die überlagerten Schutzzonen. Im Vordergrund stünden Landschafts- und Naturschutzzonen, insbesondere im Wald. Hier sei darauf geachtet worden, dass diese die landwirtschaftliche Produktion nicht übermässig einschränkten. Die Naturschutzzonen betreffen kleinere Flächen der Landwirtschaftszone sowie Gebiete im Wald.

Am 1. Mai 2017 ist mit dem revidierten Baugesetz die kantonale Regelung zur Mehrwertabgabe in Kraft getreten. Bei Neueinzonungen ist es den Gemeinden erlaubt, einen Abgabesatz von 20 % bis 30 % festzulegen.

Die öffentliche Auflage der revidierten Nutzungsplanung erfolgt vom 18. September bis 17. Oktober 2017.

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