Bremgarten
Reussstädtchen erlebt Markttag mit schönem «Déjà-vu»

Das Mittelalter hielt in der Altstadt Einzug und begeisterte geschätzte 30 000 Herbstmarktbesucher aus nah und fern mit Attraktionen und interessanten Demonstrationen.

Tommy RIchner
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Rund 30000 Besucher erlebten den Herbstmarkt in Bremgarten. Wo man auch hinschaute, waren zufriedene Gesichter zu sehen, beispielsweise auf dem Schellenhausplatz.

Rund 30000 Besucher erlebten den Herbstmarkt in Bremgarten. Wo man auch hinschaute, waren zufriedene Gesichter zu sehen, beispielsweise auf dem Schellenhausplatz.

TR

Es lag ein rauchiger Duft in der Luft. Ein Schmid schlug ein Stück heisses Metall zurecht, und eine Gruppe spielte auf Pauken, Schalmeien, Flöten und mit Gesang mittelalterliche Musik. Wer am Wochenende den Herbstmarkt in Bremgarten besuchte und durch die Altstadt lief, der fühlte sich Hunderte Jahre zurückversetzt.

Rund 70 Handwerkerleute boten in alter Kleidung den Besuchern einen Einblick in ihren zum Teil nicht mehr existierenden Beruf. Schmiede, Zimmermänner, Scherenschleifer, Bäcker, Buchbinder und weitere Berufsleute gaben sich ohne Entlöhnung viel Mühe. Ergänzt wurde der historische Handwerkermarkt durch das «Zähringer Volk» aus Burgdorf, das mit seinem ureigenen Lebensstil den Schellenhausplatz zu einem besonderen Schauplatz machte.

Wie immer grosse Vielfalt

Der Bremgarter Herbstmarkt war an Vielseitigkeit kaum zu übertreffen. Zum mittlerweile 14. Mal ist der historische Handwerkermarkt Teil des Herbst- und Altstadtmarktes gewesen. Erst zum zweiten Mal wurde ein Mittelaltermarkt durchgeführt. Neben dem Casino baute man eine Mauer, die gleichzeitig den Eingang zum Mittelaltermarkt darstellte. Auf dem gesamten Parkplatzgelände beim Casino war Sägemehl gestreut, um ein mittelalterliches Flair zu erzeugen. An den Ständen wurde gehandelt, Ritterspiele wurden aufgeführt. Musiker auf einem Podest in der Mitte ergänzten die historische Marktkulisse.

Nebst den zwei themenbezogenen Märkten fanden im Reussstädtchen rund 200 Warenmarktstände Platz mit den üblichen Angeboten an Produkten und Leckereien. Vom «Chnoblibrot» bis zur Zuckerwatte gab es alles zu geniessen. Das bekannte Pilzessen im Reussbrückesaal lockte auch dieses Jahr viele Leute an. Und die von der Sektion Zentralschweiz des Schweizerischen Motor- und Veteranenclubs angebotenen Oldtimerfahrten zugunsten der Stiftung «Pro Infirmis» erfreuten sich bei Alt und Jung grosser Beliebtheit.

Voller Erfolg

Die gemäss Schätzungen 30 000 Besucherinnen und Besucher zeigten sich durchwegs begeistert von der Atmosphäre. Wo man auch hinschaute, waren zufriedene Gesichter auszumachen. «Ich bin begeistert vom ganzen Drum und Dran. Vor allem der historische Handwerkermarkt hat es mir angetan», schwärmte Gabi Huonder (82) aus Uetikon. Sie hätte nicht geahnt, dass es so etwas in unserem Land gäbe.

Auch bei der Marktorganisation zog man eine durchweg positive Bilanz. «Schon am Samstag besuchten viele interessierte junge und ältere Leute den Markt. Am Samstag lag die Besucherzahl schon bei rund 12 000», sagte OK-Mitglied Christoph Hauri. Und am Sonntag profitierte der Markt vom milden, sonnigen Herbstwetter.