Niederwil

Reusspark: 11 Millionen für 56 neue Pflegeplätze

Im früheren Personalhaus 1 unweit des Tierparks soll psychisch kranken älteren Menschen Logis und Betreuung angeboten werden. (sl)

Reusspark

Im früheren Personalhaus 1 unweit des Tierparks soll psychisch kranken älteren Menschen Logis und Betreuung angeboten werden. (sl)

Das ehemalige Personalhaus 1 im Pflege- und Betreuungszentrum Reusspark steht vor einem Umbau und einer neuen Nutzung.

Ab April 2012 sollen hier maximal 56 psychisch kranke betagte Menschen Logis und Betreuung erhalten. Das Projekt sieht die Eröffnung von vier gerontopsychiatrischen Wohngruppen (Gerontopsychiatrie=Seelenheilkunde älterer Menschen) mit je 14 Pflegebetten sowie die Schaffung eines Zentrums für Tages- und Nachtaufenthalt im Reusspark vor.

Im Zusammenhang mit der Umsetzung des neuen Pflegegesetzes will der Kanton Aargau in den nächsten Jahren rund 150 Betten aus der Langzeitpsychiatrie der Psychiatrischen Dienste Aargau AG von der Klinik Königsfelden in regionale oder kommunale Pflegeheime auslagern.

Das spruchreife Reusspark-Projekt ist das am weitesten fortgeschrittene externe Aufnahmeangebot. Weitere Bestrebungen im Sinn von Teillösungen laufen auch in anderen Bezirken, so in Baden oder Zofingen.

Kanton steuert 3,8 Mio. Fr. bei

Gemäss Kostenschätzung betragen die Umbau- und Umnutzungskosten für das Reusspark-Gebäude 11,17 Millionen Franken. 3,8 Millionen davon finanziert gemäss Regierungsrat der Kanton Aargau.

Dies unter der Voraussetzung, dass der Grosse Rat im November diesen Investitionskredit gutheisst. Und unter der Voraussetzung, dass der Verein Gnadenthal grünes Licht zu Umbau und Kosten gibt. Kurzfristig haben die Vereinsverantwortlichen eine ausserordentliche Generalversammlung angesetzt. Sie findet heute Freitag, 29. Oktober, um 17 Uhr im Reusspark-Saal statt.

So sieht der gedrängte Bauterminplan aus: Detailplanung/-Bewilligungsverfahren bis Februar 2011, Baubeginn März 2011, Bauvollendung März 2012, Bezug April 2012.

Restaurant-Sanierung ist teuer

Die ausserordentliche Generalversammlung wird auch über ein zweites Grossprojekt abstimmen. Dieses dürfte, im Gegensatz zum Personalhausumbau, umstritten sein. So schlägt der Vereinsvorstand vor, das bestehende Restaurant Gnadenthal umzubauen und zu erweitern sowie gleichzeitig den Klosterkeller zu erschliessen und zu sanieren. Eine mutige, teure Lösung zu Kosten von 2,95 Millionen Franken. Hauptargument der Vereinsverantwortlichen: «Wir möchten den Weiterbestand des Restaurants langfristig ermöglichen.Dazu gehören vernünftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen.»

Nebst der erwähnten, umfassenden Sanierungs- und Erweiterungslösung befasste sich der Vereinsvorstand auch mit drei weiteren Varianten, die er aus verschiedenen Gründen ablehnt: unveränderter Weiterbetrieb des Restaurants mit Investitionskosten von 150 000 Franken; Umbau und Sanierung des Restaurants innerhalb des bestehenden Gebäudes für 1,4 Mio. Franken; oder Restaurant-Schliessung mit Einbau von zwei Wohnungen zu Kosten von 1,1 Mio. Franken.

Bereits im April 2012 ist laut Bauprogramm der Bezugstermin für das neue Gebäude geplant.

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