Aus dem Freiämter Nebel möchten die einen am liebsten flüchten, die anderen regt er hingegen zu Höchstleistungen an. Zum Beispiel die Maler Pratter AG aus Merenschwand. Der Nebel schafft perfekte Bedingungen für Algen, Moos und Pilze. Um diese zu bekämpfen, haben Malermeister Felix Pratter und sein achtköpfiges Team eine eigene Strategie entwickelt. Nun wurden sie dafür im Bereich Innovation und Technik ausgezeichnet.

«Das Problem von pilzbefallenen Fassaden ist im Freiamt sehr verbreitet», so Pratter. Es komme häufig sogar schon bei neueren Häusern vor. Diese neu zu streichen, könne teuer werden. Deshalb hat sich die Maler Pratter AG eine Lösung ausgedacht, die keinen Neuanstrich erfordert. «Dadurch sparen Hausbesitzer viel Geld und verlängern den Renovationszyklus des Gebäudes.» Die selbstentwickelte Technik, mit der Algen, Moos und Pilze entfernt werden, verwendet das Unternehmen seit einem Jahr.

Ohne Säuren, Sulfate und Chlor

Sie setzen Schaumdüsen ein, wodurch weniger Reinigungsmittel verwendet werden muss, da dieses länger haftet. Pratter legt wert auf eine umweltschonende Lösung: «Viele Firmen benutzen beim Vorreinigen Mittel, die Säuren, Sulfate oder Chlor beinhalten. Sie sind schlecht für die Umwelt. Wir reinigen mit Warmwasser und einem selbst zusammengestellten Reinigungsmittel ohne diese Stoffe.»

Auch die Arbeitsgeräte sind speziell angepasst, damit die Mitarbeiter der Maler Pratter AG ohne Gerüst oder Hebebühne eine Arbeitshöhe von neun Metern erreichen können. «Auch das spart Geld», so der Inhaber des 1977 gegründeten Familienunternehmens.

Für ihre kreative Arbeitsweise wurde die Firma zum «Innovativsten Maler 2018» gekürt. Diese Auszeichnung wird von der Organisation Bausinn.ch verliehen, die sich für mehr Wertschätzung für die Baubranche einsetzt und alle zwei Jahre vorbildliche Betriebe aus der Maler- und Gipserbranche auszeichnet. Die Maler Pratter AG möchte durch die Teilnahme am Wettbewerb «negative Vorurteile beseitigen und mehr Menschen für Berufe im Bau begeistern». Zur neuen Technik sagt Felix Pratter: «Wir haben das Rad nicht neu erfunden, doch die Vorteile der Reinigungs- und der Malerbranche zusammengeführt.»