Sins

Reussegger Schachen: Im oberen Freiamt entsteht eine einzigartige Auenlandschaft

Im Reussegger Schachen entsteht eine einzigartige Auenlandschaft.

Im Reussegger Schachen entsteht eine einzigartige Auenlandschaft.

Der Wanderweg zwischen Sins und Mühlau wird zur Transportpiste. Das Aushubmaterial aus dem zukünftigen Auengebiet dient dem Hochwasserschutz.

Die Ebene in Reussegg ist eine Baustelle. Die Verlegung einer bestehenden Grundwasserfassung der Wasserversorgungsgenossenschaft Auw und die Erstellung eines neuen Entnahmebrunnens sind Voraussetzungen, um hier das Potenzial der Auenentwicklung ausschöpfen zu können. Dazu muss auch zwischen Mühlau und Sins ein bestehender Wanderweg auf die Reussseite verlegt werden.

Im Bereich des Wanderwegs wurde stattdessen eine Transportpiste eingerichtet, auf der das Aushubmaterial aus dem zukünftigen Auengebiet zur neuen Grundwasserfassung transportiert wird. Dort wird es als Aufschüttung für den Hochwasserschutz um das neue Pumpewerk eingesetzt. Die Arbeiten der ersten Etappe des neuen Auengebietes werden voraussichtlich bis im Herbst 2020 dauern. Für die Bevölkerung ist zu einem späteren Zeitpunkt eine Führung vorgesehen.

Die Arbeiten in diesem Auengebiet, das Bestandteil des Auenschutzparks Aargau ist, wurden im August gestartet. Das 20 Hektaren grosse Gebiet ist für eine Auenregeneration besonders geeignet, weil es nicht durch einen Hochwasserdamm entlang der Reuss vor Überflutungen geschützt ist. Die Flächen neben den neuen Fliess- und Stillgewässern des Auengebiets sollen nach der Auengestaltung von Reussegger Landwirten extensiv genutzt werden können.

Gesamtkosten von rund 10 Millionen Franken

Die Kosten für das Gesamtprojekt, das sich aus drei Etappen zusammensetzt, belaufen sich auf rund 10 Mio. Franken. Die Hälfte davon übernimmt der Bund, 1,9 Mio. Franken steuert das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) aus einem Fonds bei, und Pro Natura als Miteigentümerin leistet rund 800 000 Franken. Der Rest trägt der Kanton Aargau. Das neue Auengebiet soll bis 2023 fertiggestellt sein.

Mindestens ein Prozent des Aargaus muss Auenschutzgebiet sein. So steht es seit 25 Jahren in der Verfassung. In der Reussegger Ebene werden Flachufer, Sand- und Kiesbänke, Tümpel und Weiher sowie Standorte für seltene Pflanzen entstehen. «Die Natur wird sich hier ihren Platz zurückerobern können und wir erhalten hier eine grosse Artenvielfalt», zeigte sich Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, am Spatenstich überzeugt.

Auen gehören zu den Lebensräumen mit der grössten Artenvielfalt. Das beurteilt auch Matthias Betsche, Präsident von Pro Natura Aargau, so: «Dieses Auengebiet wird ein grossartiger Gewinn für die Natur.» Hier würden sich Biber, Laubfrosch oder der stark gefährdete Fisch Nase sowie viele weitere Tiere und Pflanzen ansiedeln oder überleben können.

Wasserbüffel im «kleinen Amazonas vor der Haustür»

Bis es zum «kleinen Amazonas vor der Haustür» kommt, wie sich Betsche ausdrückte, müssen aber erst Menschen mit ihren Baumaschinen wirken. Später sollen Besucherinnen und Besucher dieser attraktiven Auenlandschaft so geführt werden, dass die Natur nicht übermässig gestört wird. Zusätzlich attraktiv wird dieses Naturerholungsgebiet, wenn im Reussegger Schachen Wasserbüffel weiden.

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Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

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