Hägglingen

Rettungsaktion für Seniorenhuus ist geglückt: «Mit dieser Lösung gibt es nur Gewinner»

Das Hägglinger Seniorenhuus bekommt mit der Firma Senevita eine neue Besitzerin.

Das Hägglinger Seniorenhuus bekommt mit der Firma Senevita eine neue Besitzerin.

Die Senevita AG kann das 46 Jahre alte Seniorehuus Maiegrüen in Hägglingen übernehmen. Der Trägerverein hat dem Verkauf zugestimmt.

Das Seniorenhuus Maiegrüen in Hägglingen ist gerettet: Am Montag haben die Mitglieder des Trägervereins einem Verkauf an die Senevita AG zugestimmt. Das auf betreutes Wohnen und Pflege spezialisierte Unternehmen will das Konzept der Hägglinger Altersresidenz den heutigen Anforderungen anpassen und sie entsprechend ausbauen. Das Personal und alle Pflegeverträge werden übernommen, für die Bewohnerinnen und Bewohner im Seniorehuus ändert sich somit nichts.

«Mit dieser Lösung gibt es auf allen Seiten nur Gewinner. Ich bin sehr glücklich, dass die Vereinsversammlung ihr so deutlich zugestimmt hat. Es war eine emotionale Versammlung, wie bei diesem Thema nicht anders zu erwarten war. Aber wir haben die Vereinsmitglieder mit unseren Argumenten überzeugen können.

Das klare Abstimmungsresultat von 88 Ja zu 3 Nein bei 93 Anwesenden zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt Gemeindeammann Urs Bosisio. Er hat in den letzten Monaten an der Spitze einer kleinen Planungsgruppe massgeblich und mit grossem Einsatz dafür gesorgt, dass ein seriöser Partner gefunden werden konnte, mit dem das Überleben des Hägglinger Altersheims gesichert ist.

Ein Entscheid steht noch aus: Die Hägglinger Ortsbürger müssen noch das bestehende Baurecht an die Firma Senevita übertragen. Nach dem klaren Ja des Gemeinnützigen Vereins Altersheim St. Josef zu diesem Geschäft dürfte das lediglich noch eine Formsache sein. Zumal den Ortsbürgern das Baurecht für die nächsten 50 Jahre mit einer halben Million Franken entschädigt werden soll. Bisher haben sie es dem Trägerverein gratis gewährt.

Verkaufspreis 14 Mio. Franken

Verkauft wird das Häggliger Altersheim für 14 Mio. Franken. Davon gehen 13,5 Mio. Franken an den Trägerverein und 0,5 Mio. Franken an die Häggliger Ortsbürger für das Baurecht. Von den restlichen 13,5 Mio. erhält die Gemeinde Hägglingen 1,5 Mio. Franken als Entschädigung dafür, dass sie 1967, beim Bau des heutigen Altersheims, 200 000 Franken eingeschossen und seither die Bürgschaft für das weitere Kapital übernommen hat. 8,55 Mio. Franken beträgt die Hypothek, welche jetzt abgelöst werden muss.

950 000 Franken gehen an den Trägerverein, 1 Mio. Franken werden als Rückstellungen für Sachen verwendet, die noch zu erledigen (und zu bezahlen) sind. Und mindestens 1,5 Mio. Franken sollen in eine noch zu gründende Stiftung fliessen. «Damit gewährleisten wir den Schutz der Legate, die in der Vergangenheit in den Trägerverein geflossen sind. Das Geld soll künftig für die Bedürfnisse von alten Leuten in Hägglingen eingesetzt werden», erläutert Urs Bosisio den Stiftungszweck.

Altersheim in Schwierigkeiten

Die Rettungsaktion für das Häggliger Altersheim musste initiiert werden, weil dem Verein St. Josef finanzielle Schwierigkeiten drohten. Das Heim war wegen des gesellschaftlichen Wandels in den vergangenen Jahren kaum mehr voll ausgelastet und schrieb deshalb rote Zahlen: «Die Leute gehen heute viel später in ein Altersheim als früher und deshalb sind neue Konzepte gesucht», erklärte Urs Bosisio dazu.

In einer Medienmitteilung hatte der Verein Ende Mai auch kommuniziert, dass das Seniorehuus zu klein sei, um wirtschaftlich alleine bestehen zu können. Entsprechende Investitionen in die nötige Modernisierung und Konzeptanpassung hätte der Trägerverein aus eigener Kraft wohl kaum stemmen können.

Die Senevita AG will als neue Besitzerin jetzt umgehend das Pflege- und Betreuungsangebot in Hägglingen weiter ausbauen. Geplant sind altersgerechte Wohnungen unmittelbar neben dem heutigen Gebäude: «Es handelt sich dabei um das Konzept Wohnen im Alter plus Pflege, ein Konzept, das den heutigen Bedürfnissen der älteren Generation entspricht», erläutert Bosisio und erklärte weiter, mit dem Kauf werde das Unternehmen auch die bestehenden Leistungsvereinbarungen mit den Gemeinden Hägglingen und Dottikon übernehmen.

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