Die Überbauung Rebstock hat eine lange Vorgeschichte, bereits zwei ambitionierte Projekte sind gescheitert. «Beim ersten Anlauf zogen sich die potenziellen Mieter Post und Bank zurück, das zweite Projekt scheiterte, da die geforderte Mindestrendite des Investors nicht erreicht werden konnte», blickt Pirmin Schöpfer von der Grünau Generalunternehmung in Birri zurück. Im dritten Anlauf soll es nun klappen, übermorgen Freitag ist der Spatenstich für die Überbauung geplant.

«Es war uns von Anfang an klar, dass es nicht einfach sein würde, dieses Grundstück zu überbauen», sagt Schöpfer. Dass es aber sechs Jahre bis zum Baustart dauern würde, habe auch ihn überrascht.

Grünau gewann Projektwettbewerb

Am Anfang fand ein Projektwettbewerb statt, an dem zwei externe Architekturbüros und die Grünau-Architektin teilnahmen. Danach standen vier Entwürfe zur Auswahl , die Kantons- und Gemeindebehörden präsentiert wurden. «Das hauseigene Projekt überzeugte am besten und wurde zur Weiterentwicklung auserkoren», erinnert sich Schöpfer.

Die Bedeutung der Zentrumslage, die Ansprüche der Gemeinde und die eigenen Zielsetzungen hätten Grünau bewogen, den Weg über einen Gestaltungsplan zu wählen. «Es war uns ein besonderes Anliegen, die Zerstückelung der Parzelle zu vermeiden», betont Schöpfer.

Obwohl die Zustimmung in der Bevölkerung gross war und die Mehrheit eine Überbauung in dieser Art begrüsste, gab es Einsprachen gegen den Gestaltungsplan und das später eingereichte Baugesuch. Schöpfer fasst zusammen: «Trotz zahlreicher Einigungsbemühungen gelang es erst nach zähen Verhandlungen, die Einsprecher zu einem Einlenken zu bewegen.» Das alles ist für ihn aber Vergangenheit und heute nicht mehr von Bedeutung. «Wir schauen nach vorn und setzen unsere Energie für die Umsetzung der Zentrumsüberbauung ‹Rebstock› ein», sagt er.

30 Mietwohnungen entstehen

Realisiert werden auf dem Areal vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 Mietwohnungen, einem Gewerbeteil sowie 55 Einstellplätze in einer Tiefgarage. «Qualität steht im Vordergrund, darum werden nur bewährte Materialien und Produkte verwendet und es wird im Minergie-Standard gebaut», hält Schöpfer fest. Um die Nachhaltigkeit der Bauten zu gewährleisten, wurde für drei Häuser ein Zweischalen-Mauerwerk mit zwischenliegender Dämmung gewählt. Für das vierte Haus, das dort gebaut wird, wo heute das Restaurant steht, fiel die Wahl auf eine vorgehängte Eternitfassade. Dieser sogenannte Kopfbau soll laut Schöpfer «städtebaulich in Erscheinung treten».

Dank dem Gestaltungsplan kann eine Aufreihung oder eine Korridorwirkung der Gebäude verhindert werden. «Die Bauten kommen verzahnt zueinander, entlang der Zugerstrasse zu stehen und werden durch Kleinbauten für Velos ergänzt», führt Schöpfer aus. Eine besondere Herausforderung stellte die Umgebungsplanung dar, weil der Hochwasserschutz zugleich rollstuhlgängig sein muss. Zudem soll auch die bestehende Kapelle mit der Umgebungsgestaltung an Bedeutung gewinnen.

Betreiber für Café gesucht

Im Erdgeschoss des Kopfbaus ist eine Gewerbefläche mit öffentlicher Nutzung vorgesehen. «Da das bestehende Restaurant Rebstock der neuen Überbauung weichen muss, wäre es wünschenswert, wenn ein Betreiber für ein neues Café gefunden werden könnte», sagt Schöpfer. Ob sich dies in Unterlunkhofen mit rund 1300 Einwohnern realisieren lässt, wird sich zeigen. Der Verkauf für dieses Haus an zentralster Lage, an der Kreuzung von Zuger- und Rottenschwilerstrasse, ist noch offen. Die anderen drei Häuser sind bereits verkauft. Eine gemeinnützige Stiftung übernimmt zwei Häuser, das dritte Haus wurde von zwei Privatpersonen gekauft. Alle 30 Mietwohnungen sollen laut Schöpfer ab Frühling/Sommer 2014 zur Verfügung stehen.