Sie ist 37 Meter hoch und möglicherweise die höchste Finnenfackel der Welt. Jedenfalls ist im Internet nirgends eine höhere dokumentiert, wie Claudia Hofmann, Gemeindeammann und OK-Präsidentin der Challerer Chilbi feststellt. Mehr als vier Baumstämme wurden dafür aufeinander gestellt, um am nächsten Freitag um 22.30 Uhr angezündet zu werden.

Eigentlich wollten die Kallerer damit einen Weltrekord aufstellen. «Leider hat das ‹Guinness Buch der Weltrekorde› unsere Wette nicht angenommen. Die Verleger des Buches wollen keine neuen Wetten mehr annehmen, solange bestehende zu brechen sind.» Das habe die Kallerer aber nicht abgehalten, an der Idee festzuhalten. Jetzt ragt die Finnenfackel im Unterniesenberg 37 Meter in die Höhe; zuoberst befinden sich die Schweizerfahne und fünf grosse Vulkane.

Eröffnet wird die Challerer Chilbi und damit das Fest zum 710-jährigen Bestehen der Gemeinde am Freitag um 18 Uhr. Es dauert bis Sonntag, 18 Uhr, und bietet viel musikalische Unterhaltung, zahlreiche Beizen und viele Attraktionen. Mit dabei sind verschiedene Vereine nicht nur aus dem Dorf selber, sondern auch aus der Region. Es gibt einen Lunapark, ein Maislabyrinth, einen Markt sowie Auftritte der Gauklergruppe Pajazzo.

Mehr als vier aufeinander gestellte Bäume ergeben die Riesenfinnenfackel, welche am Freitag im Unterniesenberg angezündet wird.

Mehr als vier aufeinander gestellte Bäume ergeben die Riesenfinnenfackel, welche am Freitag im Unterniesenberg angezündet wird.

710 Jahre Kallern

Vor 710 Jahren erschien der Name der heutigen Gemeinde Kallern erstmals in einem Güterverzeichnis des Klosters Muri. 1803 vereinte der Kanton die Weiler Kallern, Hinterbühl, Unter- und Oberniesenberg zur Gemeinde Kallern. Die politische Gemeinde Kallern, 480 bis 675 Meter über Meer am Ostabhang des Lindenbergs, umfasst heute einen Gemeindebann von 267 ha Fläche, wovon 30 ha Waldgebiet sind.

Gemessen am Flächenumfang ist Kallern die drittkleinste Gemeinde des Bezirks Muri. Es werden gut 330 Einwohner gezählt. 1975 konnte ein Gemeindezentrum im Weiler Hinterbühl (Kallern Dorf) verwirklicht werden. Im Schulhaus sind auch Gemeindekanzlei, Sitzungszimmer und ein grösserer Mehrzweckraum eingerichtet worden. Man trifft sich zu Versammlungen, Proben, Dorffasnacht und Dorfabenden.

Neuzuzüger machen mit

Kallern, «das kein Dorf, sondern eine Anhäufung von Weilern ist», hat sich dank dem erweiterten Baugebiet in den Jahren 1980 und 2001/2002 zu einer lebendigen Dorfgemeinschaft gemausert, wie die Gemeinde auf ihrer Webseite festhält. Die erschlossene Wohnzone beschränkt sich auf das «Kallern-Dorf». Hier wurden Infrastrukturen geschaffen, die den anderen Weilern (Ober- und Unterniesenberg, Kallern, Ober- und Unterhöll) ein Dorfzentrum anbieten. «Erfreulicherweise gliedern sich die Neuzuzüger engagiert ins Dorfleben ein, sie diskutieren und festen wacker mit.»

Dazu gibt es am kommenden Wochenende reichlich Gelegenheit.