Noch nie in der über 125-jährigen Geschichte der Wasserversorgungs-Genossenschaft Muri wurde so viel Wasser verbraucht wie im letzten Geschäftsjahr: «Mit 760,305 Millionen Liter Wasser wurde ein Rekord geschrieben», hält Thomas Suter, Präsident der Genossenschaft, fest. Während der letztjährigen Trockenheit seien an Spitzentagen über vier Millionen Liter Wasser gefördert worden. «Die Kapazitäten der Pumpanlagen sind so ausgelegt, dass wir diese Mengen ohne irgendwelche Einschränkungen liefern konnten.»

Reservoir Bächlen sanierungsbedürftig

Die Genossenschaft, die am 13. September ihre Generalversammlung durchführt, steht vor einer grossen Investition: Für den Bau eines neuen Reservoirs Bächlen beantragt der Vorstand einen Kredit von 2,25 Millionen Franken. Die bestehende Anlage mit Baujahr 1900 und 1935 ist sanierungsbedürftig und genügt auch sonst technisch den heutigen Anforderungen nicht mehr. Das Ingenieurbüro Waldburger AG, das die bestehende Anlage überprüfte, kommt auch im Hinblick auf das Bevölkerungswachstum zum Schluss, die Anlage sei durch einen Neubau mit grösserem Speichervolumen zu ersetzen. Das neue Wasserreservoir soll am Westhang von Muri, in der Nähe der alten Anlage, entstehen. Mit dem geplanten Bau des neuen Behälters mit einem Gesamtinhalt von 2000 Kubikmetern werden die Druckverhältnisse und die Versorgungssicherheit in der gesamten Hauptzone verbessert und den Erfordernissen für eine moderne Wasserversorgung gerecht, wird festgehalten.

Der Reservoirneubau allein kommt auf 1,14 Millionen Franken zu stehen. Ausserhalb der Anlage ist ein Leitungsbau notwendig, der mit 420'000 Franken zu Buch schlägt. Die Projektierung kommt auf 213'000 Franken, für den Erwerb von Rechten sind 50'000, für Unvorhergesehenes 90'000 und für die Mehrwertsteuer 182'000 Franken budgetiert.

Eine Million Franken für Unterhaltsarbeiten

Im Geschäftsjahr 29018/19 wurde das Netz weiter erneuert. Verschiedene Problemleitungen konnten in den letzten Jahren eliminiert werden. Dadurch ist die Zahl der Leitungsbrüche und des Wasserverlustes deutlich gesunken, hält Suter in seinem Jahresbericht fest. Für diverse Unterhaltsarbeiten am Netz wurden 1,035 Millionen Franken aufgewendet. Insgesamt mussten sechs Hauptleitungsbrüche und 19 Hauszuleitungsbrüche verzeichnet werden. Wassermeister Victor Strebel und seine Stellvertreter Dirk Strebel und Franz Rederer waren jeweils besorgt, dass die Wasserversorgung innert kürzester Zeit wieder gewährleistet war.

Zufrieden kann man auch mit der Wasserqualität sein. Das Wasser war in bakteriologischer und chemisch-hygienischer Hinsicht stets einwandfrei. Die Grundwasserquellen wurden auch auf Chlorothalonil respektive die Abbaustoffe dieses Pflanzenschutzmittels untersucht. Dieses Fungizid war im Wasser nicht messbar.

Murianer Wasser wurde auch an Nachbargemeinden geliefert: Benzenschwil bezog rund 75'000, die Gemeinde Boswil knapp 12'000 und Buttwil 1600 Kubikmeter. Mit 60 Rappen pro 1000 Liter Trinkwasser gehört die Wasserversorgungs-Genossenschaft Muri zu den günstigsten Anbietern in der ganzen Schweiz.