Der Betrieb der Kläranlage des Abwasserverbandes Wohlen-Villmergen-Waltenschwil läuft rund. Bloss für das Problem mit dem sehr starken Algenbefall in den Flockungs- und Nachklärbecken der ARA Im Blettler in Wohlen-Anglikon konnte bis anhin noch keine befriedigende Lösung gefunden werden.

Zwei bis drei Kubikmeter Algen pro Nährbecken

Deshalb müssen die Becken etwa alle 8 bis 10 Monate mit Hochdruck gereinigt werden. Wie es im Jahresbericht 2015 des Abwasserverbands heisst, beträgt der Aufwand für diese unangenehme Arbeit für jedes der vier Nachklärbecken etwa 60 Arbeitsstunden. Und es fallen pro Nachklärbecken 2 bis 3 Kubikmeter Algen an.

Ob es denn wirklich kein Mittel gegen den Algenbefall gebe, wollte die Aargauer Zeitung von Betriebsleiter und Klärmeister Stefan Irniger wissen. Dessen Antwort fiel ernüchternd aus: «Versprochen wurde von Chemieseite her schon einiges. Aber genützt hat bisher noch keines der angewendeten Mittel. Wir müssen bei deren Anwendung ohnehin vorsichtig sein und das Abwasser nicht zusätzlich belasten. Es ist daher so, dass sich nach wie vor ganze Algenteppiche bilden, die wie Vorhänge an den Wänden der Becken hängen und zu Beschädigung der Anlagenteile führen können, wenn sie nicht regelmässig entfernt werden.»

Auf den Grund der Algenbildung angesprochen, stellte Irniger fest: «Die Algen bilden sich, weil das Wasser zu sauber ist.» Entsorgt werden übrigens die Algen aus der Abwasserreinigungsanlage Im Blettler in der Kehrichtverbrennungsanlage Buchs bei Aarau.

Heidekraut im Biofilter

Ansonsten leistete das ARA-Personal im Jahr 2015 diverse Unterhalts- und Wartungsarbeiten an zahlreichen Maschinen und Apparaten. Ersetzt wurden in der Klärschlammtrocknungsanlage diverse Kunststoffeinlagen sowie eine Schnecke beim Fördersystem für den entwässerten Schlamm.

Der Betriebselektriker hat zwei Frequenzumformer und zwei Ultrasensoren ersetzt. Mit Ausnahme der beiden Antriebsketten wurden alle Teile des Becherwerks erneuert. Ausgetauscht wurde im Übrigen auch die Füllung des Biofilters der Abluftreinigung, bei der es sich um französisches Heidekraut handelt.

Abwassermengen nahmen um 11,8 Prozent zu

In der ARA Im Blettler in Wohlen werden die Abwässer aus den Gemeinden Wohlen, Villmergen (ohne Ballygebiet), Waltenschwil, Uezwil, Büttikon, Kallern (Niesenberg), Bettwil und Sarmenstorf sowie der Dottikon ES AG gereinigt. 2015 nahm die Abwassermenge gegenüber dem Vorjahr um 11,8 Prozent zu und zwar von 5,3 auf 5,9 Millionen Kubikmeter.

Die Reinigungsleistungen konnten gemäss Jahresbericht eingehalten werden. Es wurden rund 38 700 Kubikmeter Klärschlamm aus der ARA Im Blettler sowie von vier weiteren Kläranlagen entwässert, getrocknet und in die Jura Cementfabrik nach Wildegg zur Verbrennung geliefert. Im Vorjahr waren es 37 000 Kubikmeter. Es wurden insgesamt 9,1 Prozent mehr getrockneter Klärschlamm entsorgt, als das im Jahr 2014 der Fall war.

Photovoltaikanlage in Betrieb

Nach der Genehmigung des Baugesuchs vor einem Jahr wurden auf dem Dach des ARA-Maschinenhauses 318 Photovoltaikmodule und auf der Wiese zwischen Nachklärbecken und Bünz weitere 420 Module montiert. Die Dachanlage konnte Ende September 2015 und der auf dem Freiland montierte Teil Mitte November in Betrieb genommen werden.

Bis Ende Jahr produzierte die Photovoltaikanlage 16 380 Kilowattstunden (kWh) Strom oder umgerechnet in der kurzen Zeit immerhin noch 0,9 Prozent des Energieverbrauchs der Kläranlage. Es wird künftig mit einer Jahresproduktion der Photovoltaikanlage in der Grössenordnung von 180 000 kWh gerechnet, so viel, wie etwa 30 durchschnittliche Haushalte im selben Zeitraum verbrauchen.

Mit einem Minderaufwand von gut 289 500 Franken – einem Minus von 14,7 Prozent gegenüber dem Budget von 1,9 Millionen Franken – konnte die Betriebsrechnung der ARA per Ende 2015 abgeschlossen werden. «Vor allem bei den Anschaffungen und den Unterhaltskosten für Maschinen und Apparate wirkte sich der tiefe Eurokurs positiv auf das Jahresergebnis aus», heisst es im Jahresbericht. Zudem waren die Kosten für die Klärschlammentsorgung gegenüber dem Voranschlag um etwa 70 000 Franken tiefer.