Theater

Regt zum Nachdenken an: Die Theatergruppe Bünzen feiert mit einem kritischen Bühnenstück Premiere

«Das cha bi eus ned passiere» heisst die neue Produktion aus Bünzen. Inspiration war der 1935 erschienene Roman «It can't happen here» von Sinclair Lewis: ernste Materie, die Schauspielende und Zuschauende fordert.

Aufruhr beim Volk im Freiämter Sonnental – auf der richtigen Seite der Bünz. Albertinus Windig hat tatsächlich die Wahlen zum Gemeindepräsidenten gewonnen. Von seiner Idee, das Dorf mit Jugendzentren auszustatten und einen Helvetischen Einheitsbund zu gründen, sind nicht alle überzeugt.

Trotzdem kann Windig die ganze Schweiz von seiner Bewegung begeistern und wird im Eildurchgang in den Nationalrat und anschliessend in den Bundesrat gewählt. Es gelingt ihm, zahlreiche junge Leute zu engagieren, und so stellt er seine eigene «kleine Armee von Jugendlichen» zusammen, wie es seine Gegner nennen.

Das Stück lässt wenig Raum für Situationskomik

Die Theatergruppe Bünzen feierte am vergangenen Samstag Premiere mit ihrem Stück: «Das cha bi eus ned passiere», unter der Regie von Eva Mann. Inspiration für das Stück war der 1935 erschienene Roman «It can’t happen here» von Sinclair Lewis. «Das cha bi eus ned passiere» spielt in der Gegenwart. Ein kritisches Werk, das von den Schauspielerinnen und Schauspielern volle Konzentration forderte.

«Dieses Stück lässt weniger Spielraum für Situationskomik, denn es lebt nicht von Gags», erklärt Patrick Grob, der im neuen Stück als Albertinus Windig auf der Bühne steht. Vielmehr soll die Geschichte des Theaters die Zuschauerinnen und Zuschauer auch nach der Vorführung noch beschäftigen und sie zum Nachdenken anregen.

Rund ein Dreivierteljahr hat die Theatergruppe am neuen Stück gearbeitet. Und auch wenn jede Aufführung ein schöner Moment sei, bleibe die Premiere doch noch etwas Spezielles, so Patrick Grob. «Man weiss nie, wie das Publikum reagieren wird. Wo wird geklatscht? Manchmal lachen die Leute an Stellen, an denen man es nicht erwartet hätte.» Es sei aber immer eine schöne Anspannung.

Die Bewegung läuft schnell aus dem Ruder

Gespannt auf das neue Stück waren auch Mitglieder der Theatergesellschaft Villmergen und so konnten sie sich die Erstaufführung nicht entgehen lassen. «Die Premiere ist immer das Authentischste. Es ist das, was die Regie erarbeitet hat», erklärt Niklaus Meyer. Danach würden sich viele Szenen noch verändern. «Man müsste fast gegen Ende der Vorführungszeit noch einmal vorbeikommen, um zu sehen, wie sich das Stück entwickelt hat.»

Meyer und seine Frau Elisabeth freuen sich immer auf die Aufführungen der befreundeten Theatergruppe. «Wir unterstützen uns gegenseitig. In diesem Stück spielen auch Leute mit, die schon bei uns auf der Bühne gestanden sind», erzählt Elisabeth Meyer.

Rund zwei Stunden dauert das Bühnenstück. Währenddessen spitzte sich die Lage im Sonnental immer weiter zu. Die Bewegung des neuen Bundesrats läuft ziemlich schnell aus dem Ruder. Eine Reihe von Ungereimtheiten mischen das Geschehen auf.

Während der Aufführung wird auch das Publikum ins Stück eingebunden. Mit ihren Smartphones dürfen die Zuschauer für den neuen Bundesrat abstimmen oder auch mal eine freudige Menge spielen, die den frisch gewählten Windig anfeuert.

«Das cha bi eus ned passiere» wird noch bis zum 9. November jeweils freitags und samstags in der Turnhalle in Bünzen aufgeführt. Vor den Abendvorstellungen wird an den weiss aufgedeckten Tischen ein Nachtessen, an den Nachmittagsvorstellungen werden Kuchen und Snacks serviert.

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