Rudolfstetten
Reglement gegen den Plakat-Wildwuchs

Die Gemeinderat Rudolfstetten will gegen den Plakat-Wildwuchs vorgehen. Der öffentliche Raum soll künftig nicht mehr als allgemeine Werbefläche «missbraucht» werden.

Fabian Hägler
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«Wir wollen verhindern, dass künftig entlang der Kantonsstrasse durchs Dorf wild plakatiert wird», erklärt Urs Schuhmacher, Gemeindeschreiber von Rudolfstetten. In den vergangenen Jahren hätten sich immer wieder Einwohner bei der Gemeindekanzlei gemeldet und auf dieses Thema aufmerksam gemacht.

«Es gab auch mehrere Anfragen von Plakatgesellschaften, die neue Reklamestandorte realisieren wollten», erinnert sich Schuhmacher. Dies ist momentan aber nicht möglich. Der Gemeinderat hat eine Planungszone verfügt, Baugesuche für neue Plakatstandorte werden sistiert.

«Es wertet das Strassenbild nicht gerade auf, wenn alle 50 Meter wieder eine Plakatwand steht», betont Schumacher. Dies will der Gemeinderat Rudolfstetten mit einer «Gesamtkonzeption für Aussenwerbung im öffentlichen Raum» verhindern, wie es im Planungsbericht heisst.

Vorschlag für Standorte erarbeitet

Die Abteilung Bau und Planung hat daher im Auftrag des Gemeinderats die Sondernutzungsplanung «Reklamen» erarbeitet. Diese regelt die Standorte für kommerzielle Plakatanschlagstellen und temporäre Reklamen, «damit der öffentliche Raum nicht als allgemeine Werbefläche missbraucht wird».

Für die Belebung des örtlichen Gewerbes und des kulturellen Lebens in der Gemeinde wichtige Bekanntmachungen sollen dagegen nicht unnötig beschränkt werden. Deshalb sind temporäre Bau-, Verkaufs- und Vermietungsreklamen, Wahl- und Abstimmungsplakate sowie behördliche Veranstaltungs- und Informationsplakate im Plan nicht enthalten.

Auch die bestehenden, baurechtlich bewilligten und fest montierten Reklameflächen sollen bestehen bleiben. «Das ist im Sinn der Bestandesgarantie», erklärt Schumacher.

Bewilligungen nur zurückhaltend

Neue Plakatstellen und Reklameflächen sollen indes «nur noch sehr zurückhaltend und in vorgängig bestimmten und auf die Siedlung abgestimmten Bereichen» bewilligt werden, hält der Planungsbericht fest.

Laut dem Plan sollen feste neue Plakatstellen nur auf einer Länge von jeweils 50 Metern an zwei Standorten entlang der Bernstrasse zulässig sein. Einerseits an der Betonmauer kurz vor der Abzweigung in Richtung Grossmatt, anderseits an der Mauer schräg gegenüber der BD-Haltestelle Hofacker. Mit der Sondernutzungsplanung will der Gemeinderat eine geordnete Plakatierung im gesamten Baugebiet erreichen. «Es soll verhindert werden, dass an verschiedenen Orten Reklamestandorte entstehen, die das Ortsbild negativ beeinträchtigen können», führt Gemeindeschreiber Urs Schuhmacher aus.

Noch bis zum 26.Oktober liegen die Pläne auf der Gemeindekanzlei zur Einsicht auf. «Interessierte können im Mitwirkungsverfahren ihre Meinung dazu abgeben, diese Inputs wird der Gemeinderat dann prüfen», sagt Schuhmacher. Später folgt das öffentliche Auflageverfahren mit Einsprachemöglichkeit.