Oberfreiamt
Regionalplanungsverband will die Identität trotz Druck bewahren

Der Regionalplanungsverband passt jetzt das Regionale Raumkonzept 2040 an.

Eddy Schambron
Merken
Drucken
Teilen
Trotz Siedlungsdruck soll der ländliche Charakter des oberen Freiamtes bewahrt und gestärkt werden

Trotz Siedlungsdruck soll der ländliche Charakter des oberen Freiamtes bewahrt und gestärkt werden

Eddy Schambron

Es geht um nichts weniger als um eine gute Zukunft des Oberen Freiamts: 13 Gemeinden, der Kanton und fünf Organisationen oder Private haben sich zum Regionalen Raumkonzept 2040 verlauten lassen. Dieses Konzept, kurz RKK, zeichnet ein umfassendes Zukunftsbild für das Obere Freiamt und legt die Leitplanken für eine zukunftsorientierte Entwicklung fest. Es zeigt in verschiedenen Themenbereichen konkrete Handlungsfelder und Koordinationsaufgaben mit entsprechenden Zeithorizonten auf. Im Mitwirkungsverfahren legten die Eingebenden Wert «auf eine zeitnahe, konsequente Umsetzung», wie der Regionalplanungsverband (Repla) Oberes Freiamt mitteilt.

Zu Diskussionen führt der grosse Siedlungsdruck aus den Ballungszentren. Das RKK geht von einem Bevölkerungswachstum bis 2040 um 30 Prozent oder plus 10'000 Personen zum Vergleich zu 2014 aus und liegt damit über den Prognosen des Kantons von plus 20 Prozent. «Verschiedene Eingebende weisen dezidiert auf die Verpflichtung von Region und Gemeinden hin, den Charakter und die eigene Identität des oberen Freiamts auch angesichts des Bevölkerungswachstums und der daraus resultierenden Bautätigkeit zu bewahren und weiter zu verstärken.»

Im RKK sind entsprechende Elemente enthalten – von der Erhaltung dörflicher Strukturen und Ortsbilder bis zu Ortsdurchfahrten und identitätsstiftenden Elementen von Bedeutung. Zusätzlich zu diesen Inhalten fordert der Kanton die Ergänzung der ISOS-Ortsbilder (Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung). Die Gemeinden wiederum erwarten von der Repla Unterstützung bei der Abstimmung der Entwicklung über Grenzen, auch über kantonale, hinweg. «So soll unter anderem eine Busverbindung Seetal-Oberes Freiamt als zu prüfende Verbindung aufgenommen werden.» Angeregt wurde ausserdem die gemeinsame, weitere Vertiefung der Grundlagen zum Windparkstandort Lindenberg.

Erholungsraum aufwerten

Die Natur- und Landschaftsräume Reusstal, Bünztal und Lindenberg sowie deren Naherholungsmöglichkeiten bilden laut RKK eine wichtige Wohn- und Lebensqualität der Region. Wie die Repla festhält, beziehen sich verschiedene Eingaben auf die Abstimmung von Naherholung, Natur und Landwirtschaft. Der entsprechende Abstimmungsprozess soll weiter vorangetrieben werden. «Dazu gehört nicht zuletzt auch die Koordination der Aufwertung des Erholungsraumes Reusstal mit den betroffenen Gemeinden. Gefördert werden soll insbesondere auch die Zusammenarbeit mit dem Verein Erlebnis Freiamt.» Zu den Themen, welche die Eingebenden bewegen, gehört schliesslich die Entwicklung der bestehenden Streusiedlungen. Zusammen mit den zahlreichen Einzelgehöften seien sie ein Merkmal des regionalen Landschaftsbildes und ein wichtiger Faktor für die Identität des Oberfreiamts.

Die Repla prüft jetzt die eingegangenen Begehren und überarbeitet das RKK 2040 entsprechend. Ziel ist, das angepasste Konzept an der Abgeordnetenversammlung im März nächsten Jahres zu verabschieden. Das RKK ist eine Weiterentwicklung des 2010 von der Abgeordnetenversammlung der Repla verabschiedeten Siedlungs- und Verkehrskonzepts. Weil neue gesetzliche Bestimmungen unter anderem die Begrenzung des Siedlungsgebietes forderten und der anhaltende Siedlungsdruck aus den Räumen Zürich, Zug und Luzern die Region oberes Freiamt zunehmend prägen, machte man sich an die Erarbeitung des RKK. Als Ziele wurden in erster Linie die Unterstützung der Gemeinden in der Raumplanung, die Stärkung und Weiterentwicklung der Potenziale im bestehenden Siedlungsraum, die Vertiefung der Synergien und Beziehungen in verschiedenen Bereichen wie Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Versorgung und Bildung sowie das Aufzeigen der Handlungsschwerpunkte aus regionaler Sicht genannt.