Die Bünztalstrasse soll als Hauptachse für den motorisierten Individualverkehr gestärkt werden, hält der Regionalplanungsverband Unteres Bünztal (Repla) im soeben präsentierten Regionalen Entwicklungskonzept (REK) fest. Durch dieses Konzept, zu dessen Erstellung die Replas gesetzlich verpflichtet sind, soll eine optimale Abstimmung der Planungen in einer Region ermöglicht werden. Der Repla Unteres Bünztal hat sein REK an der Abgeordnetenversammlung vom 18. Oktober genehmigt.

Im über 60 Seiten starken Papier sind Bestandesaufnahmen und Zukunftsstrategien für verschiedenste Bereiche festgehalten. Die AZ wird in lockerer Folge auf einzelne Aspekte näher eingehen. Heute auf den Verkehr.

Verkehrsnetz an Kapazitätsgrenze

«Das Verkehrsnetz der Region stösst zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen», hält der Repla fest. Das betreffe das Strassennetz und insbesondere die Knotenbereiche der Bünztalstrasse, aber auch die Bahnstrecke, welche durch das grosse Güterverkehrsaufkommen und den Regionalverkehr weitgehend ausgelastet sei. «Vor diesem Hintergrund», erklärt der Repla im REK, «soll das zukünftige Verkehrswachstum auf dem öffentlichen Verkehr sowie auch dem Fuss- und Veloverkehr stattfinden.»

Um dieses Ziel zu erreichen, sind verschiedene langfristige Strategien entwickelt worden. Im Grundsatz basieren diese auf einer Kanalisierung des motorisierten Verkehrs auf die Hauptachsen: «Der Verkehrsfluss im bestehenden Strassennetz wird weiter optimiert. Zusätzlich wird die Südumfahrung Wohlen als prioritäre Netzergänzung weiterverfolgt», hält der Repla fest. Flankierend zur Südumfahrung würden auch Massnahmen zur Beruhigung des Verkehrs umgesetzt.

So will man die Ortsdurchfahrten zu «integrierten und siedlungsverträglich gestalteten» Strassen aufwerten und die Wohnquartiere generell verkehrsberuhigen. Mit diesen Massnahmen sollen die negativen Auswirkungen des Verkehrs minimiert und quartierfremder Verkehr abgehalten werden.

Ortsbusnetz soll erweitert werden

Den öffentlichen Verkehr will der Repla längerfristig stärken. Ziel in diesem Bereich ist laut REK ein Ausbau des S-Bahn-Angebots nach Zürich, Aarau-Olten, Baden-Brugg, Zug und Luzern. Ebenfalls gezielt ausgebaut werden soll der Regionalbus als Erschliessungsträger der Gemeinden und Zubringer zur Bahn. Damit der Busverkehr einen wesentlichen Teil des Verkehrswachstums aufnehmen könne, müsse jedoch dessen Attraktivität gesteigert werden, sagt der Repla.

Weil der öV im dicht besiedelten Gebiet das grösste Potenzial hat, ist angedacht, den Ortsbus Wohlen auf Villmergen und Waltenschwil auszudehnen. Auch der Langsamverkehr soll einen höheren Stellenwert erhalten. Das will man mit einem dichteren Netz an Fuss- und Radwegen zwischen den Gemeinden sowie im Einzugsgebiet von Bahnhöfen und Schulen erreichen.

«Aufgrund der Topografie und der Distanzen verfügt das Bünztal über gute Voraussetzungen für den Fuss- und Veloverkehr. Das sowohl im Alltags- wie auch für den Freizeitverkehr», hält der Repla fest. Damit dieses Potenzial genutzt werden könne, sei eine gute Infrastruktur nötig. Angestrebt würden sowohl neu direkte Fussgänger- und Velorouten entlang der Hauptachsen wie auch Routen abseits davon.

REK ist nicht verbindlich

Das Regionale Entwicklungskonzept ist eine unverbindliche Planungsgrundlage. Die Gemeinden sind nicht verpflichtet, sich daran zu halten. Der Repla hofft allerdings, dass es im Sinne einer guten regionalen Planung möglichst alle tun. Insbesondere das Verkehrsproblem im Bünztal dürfe nicht isoliert betrachtet werden, sondern lasse sich nur gemeinsam lösen.