Muri
Regionale Internet-Plattform «Lina Fuchs» schwungvoll gestartet

Volles Haus zum Start der neuen, regionalen Plattform für Mikrounternehmen Lina Fuchs: 18 Mikrounternehmen zeigten an einer Tischmesse in Muri ihr Angebot.

Eddy Schambron
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Patrizia Bütler und Irene Angehrn (von rechts), beide Muri, zeigten an der Tischmesse im «Ochsen»-Saal einige Angebote.

Patrizia Bütler und Irene Angehrn (von rechts), beide Muri, zeigten an der Tischmesse im «Ochsen»-Saal einige Angebote.

Eddy Schambron

Sie ist neu und sie trifft offenbar den Nerv vieler Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer: Die regionale Internet-Plattform Lina Fuchs will den teilnehmenden Mikrounternehmen nicht nur eine günstige Werbeplattform bieten, sondern sie auch vernetzen. Genau so war denn auch die erste Veranstaltung im «Ochsen»-Saal organisiert.

56 Unternehmerinnen und Unternehmer hatten sich angemeldet, 18 haben an einer Tischmesse ihre Produkte und Dienstleistungen vorgestellt. Mehr hätten auch nicht Platz gehabt. Auf grosses Interesse stiess das Referat von Maya Onken, Leiterin des Frauenseminars Bodensee, zum Thema «Zeige der Welt, was du drauf hast.»

Aus einen Bedürfnis heraus

Entstanden ist die Plattform Lina Fuchs aus einem Bedürfnis von Andrea Wey Fuchs heraus: Die Mutter von vier Kindern kam vor sieben Jahren aus dem Ausland ins Freiamt, hatte noch kein Beziehungsnetz und alle Hände voll zu tun. Sie stiess schliesslich auf der Suche nach einer Vereinfachung ihrer Einkäufe auf das Bio-Mobil von Kari und Claudia Gmür aus Buttwil. Nach einer zusätzlichen Ausbildung stand sie vor der Frage, wie die Welt ohne grosse Kosten von ihrem Fachwissen Kenntnis erhalten könnte.

Diese Situationen waren der Anstoss für die Schaffung einer Plattform, mit der sich Kleinstunternehmen ins Rampenlicht rücken, sich vernetzen und so auch voneinander profitieren können. Zusammen mit Silvia Huber, Sara Roth, Nadja Meier, Anita Haslimeier und Sybille Wild wurde die Idee schliesslich «wachgeküsst», wie Wey an der Startveranstaltung erklärte. Jetzt steht dieses «digitale Schaufenster mit hoher Reichweite» für Mikrounternehmen unter www.linafuchs.ch zur Verfügung, um ohne grosse Kosten auf sich aufmerksam zu machen. «Männer dürfen übrigens auch mitmachen.»

Den Namen hat eine Grossmutter von Andrea Wey beigesteuert: Lina Fuchs, 1920 geboren, führte in Einsiedeln einen Laden mit alten Büchern und Möbeln, erfuhr immer alles, was sie zu ihrem Vorteil nutzte, und kam in der ganzen Schweiz herum. «Lina Fuchs hatte Unternehmergeist, war neugierig , schlau und mutig.» Und deshalb sei dieser Name gerade richtig für die neue Plattform.

Vernetzung angestrebt

Die Vermarktung der eigenen Produkte und Dienstleistungen ist das Eine, die Vernetzung untereinander das Andere, wie Sybille Wild ausführte. Sie, Mit-Geschäftsführerin eines mittleren Unternehmens, machte deutlich, dass auch grössere Firmen von Lina Fuchs angesprochen werden sollen. Wenn man sich gegenseitig unterstütze, würden alle vom Netzwerk profitieren.

Die Umgangskultur soll nicht von Konkurrenzdenken, sondern von Respekt und Anerkennung geprägt sein.

Angesprochen werden Unternehmen, die mit qualitativ guten Produkten und Dienstleistungen den Markt bereichern. Dabei sei nicht Perfektion das Ziel. Auch der Mut zum Risiko und Fehler gehörten zum Unternehmertum. «Das Leben ist elastisch», fasste Wey zusammen. Sie ermunterte die Teilnehmenden, die Zeit mit dem zu verbringen, was Spass macht. «Alles andere kommt von allein.»