Wohlen
Regierungsrat ist am Wohl der Wohler interessiert

Der Gemeinderat deponierte beim Besuch von Regierungsrat Urs Hofmann seine Sorgen über Belastungen und Steuerfragen.

Jörg Baumann
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Regierungsrat Urs Hofmann besucht als Aargauer Volkswirtschafts- und Innendirektor die kleinsten Gemeinden im Kanton. Er lässt dabei aber auch die Beziehungen zu allen anderen Gemeinden nicht abreissen. So stattete Hofmann auch dem Gemeinderat von Wohlen einen Besuch ab und besprach mit ihm die drängendsten Fragen, die sich in der viertgrössten Gemeinde im Kanton und einer Kernstadt wie Wohlen stellen.

Wohlen: Mehr Probleme als früher

Den Gesprächstermin von Hofmann mit dem Gemeinderat habe man relativ schnell festlegen können, sagte Gemeindeammann Walter Dubler. «Die Anfrage ging im November heraus. Einen Tag später hat Urs Hofmann uns zugesagt.» Allerdings musste Hofmann zuerst den Besuch des mongolischen Staatspräsidenten Tschiagiin Elbegdorsch vorziehen, der im Aargau helvetischen Staatsunterricht abholte. Dann aber war Hofmann bereit, zu «einem offenen Gespräch ohne feste Traktandenliste» nach Wohlen zu reisen, wie er sagte.

Das Dorf ist dem Regierungsrat nicht unbekannt: 1981 wohnte Hofmann ein halbes Jahr in Wohlen. Die Gemeinde zählte schon damals um die zehntausend Einwohner. Seitdem haben sich die Probleme und Aufgaben von Wohlen jedoch vervielfacht.

Das wichtigste Anliegen, das der Gemeinderat mit Hofmann besprechen wolle, sei, dem abstrakten, planerischen Begriff der Kernstadt Wohlen Leben einzuhauchen, erläuterte Walter Dubler.

Gemeinden zu stark belastet

Eine so grosse Gemeinde wie Wohlen beschäftige die Problematik, wie der Lastenausgleich und der Finanzausgleich ausgestaltet werden, merkte Regierungsrat Hofmann an. Es gehe darum, zu klären, ob beide Instrumente noch richtig eingesetzt würden. Denn grosse Gemeinden beklagten sich oft darüber, dass sie mit Aufgaben zu stark belastet würden und die kleineren Gemeinden ihnen dabei nicht zur Seite stünden.

Am Gespräch habe Hofmann den Entscheid der Gemeinde Neuenhof, den Steuerfuss zu senken, obwohl das Dorf sich das nicht leisten könne, als «verantwortungslos» bezeichnet, heisst es in einer Mitteilung des Gemeindeammanns an das Gemeindepersonal.

Auch die Zusammenarbeit zwischen Kantons- und Regionalpolizei in Wohlen kam zur Sprache. Der Gemeinderat wünsche mit einigem Recht, dass die beiden Korps räumlich zusammengelegt würden, meinte der Regierungsrat. Dies habe sich bereits andernorts bewährt. Hofmann diskutierte mit dem Gemeinderat auch über die beiden Berufsschulen in Wohlen. Das Berufsbildungszentrum Freiamt soll laut Mitteilung «gefestigt» werden, wie auch der öffentliche Verkehr durch das Freiamt gestärkt werden müsse.

Nicht mehr besprochen werden musste der Fall eines arbeitslosen Deutschen, der in Wohlen wohnte, nach einem Jahr den Job verlor und für sich und seine Familie von der Gemeinde Sozialhilfe beanspruchte. «Der Fall ist erledigt. Die Familie ist weggezogen», teilte Dubler mit. Gleichwohl kam zur Sprache, dass im Sozialwesen ein Ungleichgewicht zwischen Zentren und Agglomerationen besteht und Sozialempfänger oft in die Zentren abgeschoben werden.