Die Realisierung der Hochwasserschutzmassnahmen in Eggenwil rückt näher. Denn der Regierungsrat des Kantons Aargau wies eine Einsprache/Einwendung von drei Dorfbewohnern gegen das Hochwasserschutz-Teilprojekt «Offenlegung und Renaturierung des Ibisguetbachs» ab.

Zudem genehmigte die Regierung das vierteilige Gesamtprojekt zu Kosten von rund 2,7 Mio. Franken; voraussichtlich 650 000 Franken der Gesamtkosten muss die kleine Reusstalgemeinde übernehmen.

Klarer Fall aus Sicht der Regierung

In seiner Beurteilung kommt der Regierungsrat zum Schluss, dass die Voraussetzungen für eine Revitalisierung des Ibisguetbachs, des Kernstücks der Hochwasserschutzmassnahmen, gegeben sind. Für vertretbar hält die Regierung «die geringfügige Einschränkung der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung auf den Grundstücken der Einwender» im Sog der geplanten Renaturierung und Offenlegung des Bachs. Der Landverlust könne angemessen entschädigt werden. Im Weiteren stelle das von den Einwendern/Einsprechern beanstandete Bachgefälle von streckenweise bloss 0,5 Prozent kein Problem dar, sofern man einen sorgfältigen Bachunterhalt sicherstellt.

Wenig hält die Regierung von den Alternativvarianten, welche die Einwender vorschlagen. Diese hätten diverse Nachteile «sowohl in ökologischer wie auch in wirtschaftlicher Hinsicht».

Bald Verwaltungsgericht am Zug?

Ob die drei Einwender/Einsprecher den Entscheid des Regierungsrats anfechten, ist offen. Der Gemeinderat Eggenwil geht davon aus, dass die Einsprecher an ihrer Kritik festhalten und Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht führen werden. «Wenn die Einsprecher ans Verwaltungsgericht gelangen», so Gemeinderat Biaggo Incollingo, «werden auch wir beim Verwaltungsgericht aktiv.» Dann nämlich stelle die Gemeindebehörde dem Gericht den Antrag, die drei nicht beanstandeten Teile des Hochwasserschutz-Projekts zur Realisierung freizugeben. Die Chancen stünden gut, dass Eggenwil diese drei Teile recht zügig werde umsetzen können.

Die regierungsrätliche Unterstützung bezeichnet Incollingo als «Genugtuung für den Gemeinderat, die involvierten Fachstellen und die grosse Mehrheit der Dorfbewohner, die das Gesamtprojekt endlich realisieren will.» Das ständige Hin und Her dauere nun dreieinhalb Jahre.

Provisorischer Schutz geplant

Falls sich das Verwaltungsgericht mit dem Teilprojekt «Ibisguetbach» befassen muss, bleibt die Realisierung dieser Hochwasserschutzmassnahme weiterhin blockiert, was Folgekosten von mehreren 10 000 Franken bei der Gemeinde auslöst. Eggenwil müsste nämlich die Schulanlage, die demnächst erweitert wird, provisorisch gegen Hochwasser schützen. Vorsorglich geplant ist ein 80 Meter langer Damm aus Rundhölzern zwischen dem Hartplatz der Schulanlage und der Sportwiese. Diese provisorische Lösung darf Eggenwil laut Kanton maximal zwei Jahre beibehalten.