Gnadenthal
Regen tropft in Eingangshalle des Reussparks - Sanierung kostet 12 Millionen

Die Gebäudehülle vom Pflege- und Betreuungszentrum Reusspark muss für 12 Millionen Franken erneuert werden. Über den Baukredit entscheidet der Trägerverein Gnadenthal an der Generalversammlung am 23. Mai.

Jörg Baumann
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Reusspark Gnadenthal, Niederwil

Reusspark Gnadenthal, Niederwil

Im Pflege- und Betreuungszentrum Reusspark im Gnadenthal reisst der Investitionsschub nicht ab: Für 12 Millionen Franken muss die Aussenhülle des 1977 erstellten Hauptgebäudes energietechnisch saniert werden. Im Gebäude werden auch Anpassungen vorgenommen. Über den Baukredit entscheidet der Trägerverein Gnadenthal an der Generalversammlung am 23. Mai.

Fassade und Dach undicht

Das Hauptgebäude wurde ab dem Erdgeschoss aus vorfabrizierten Boden-, Decken- und Fassadenelementen erstellt. 1997 musste man bereits die Kittfugen der Aussenfassade ersetzen und das Gebäude neu streichen. 2004 bis 2005 erfolgte die Sanierung im Gebäude. Dieses befindet sich heute in einem guten Zustand. Hingegen ist die Aussenfassade stark verwittert. Der Fassadenanstrich löst sich vor den Betonelementen.

Die Fassade ist nach der Sanierung vor 16 Jahren erneut undicht. An verschiedenen Orten tritt das Wasser ein. So tropft es bei starkem Regen mitten in der Eingangshalle aus den Deckenelementen. Die Gebäudeisolation, die Fenster und das Dach entsprechen nach 37 Betriebsjahren nicht mehr den aktuellen energetischen Anforderungen. Der Energieverbrauch wird im Vergleich zu neueren Gebäuden als sehr hoch eingestuft.

Diesen Zustand hält der Vereinsvorstand nicht mehr für haltbar. Die Gebäudehülle muss durch eine vorgehängte Fassade komplett erneuert werden. Gleichzeitig müssen die Fenster ersetzt werden. Im gleichen Atemzug sollen die räumlichen Strukturen angepasst werden. Das Heim betreut heute vermehrt mittel- bis schwerpflegebedürftige, demente und multimorbide betagte Menschen. Mit der Umnutzung von Infrastrukturräumen sollen für die Bewohner mehr Aufenthaltsräume und Bewegungsfreiheit auf den Wohnbereichen bereitgestellt werden.

Auch entsprechen die Dreibettzimmer heute nicht mehr dem aktuellen Standard. Diese sollen deshalb in Ein- und Zweibettzimmer umgebaut werden. Immer mehr Bewohner sind immobil und können das Heim nicht mehr ohne fremde Hilfe verlassen. Deshalb sollen an beiden Gebäudeflügeln Balkone über alle Geschosse angebracht werden. Damit können die Bewohner an die frische Luft, ohne dass sie das Haus verlassen müssen.

Auftrag an Firma in Villmergen

Nach einem zweistufigen Submissionsverfahren erteilte der Vorstand den Planungs- und Bauauftrag der Firma Xaver Meyer AG, Architektur, in Villmergen. Die vom Unternehmen eingereichte Studie überzeugte die Fachleute durch ihre sorgfältige Ausführung und erfreulich gute Bearbeitungstiefe. Das Bauprogramm lässt sich wirtschaftlich umsetzen und erlaubt es, während der Bauarbeiten weitgehend auf den Abbau von Betten zu verzichten.

Die Firma Xaver Meyer AG schätzt die Baukosten bei einer Toleranz von plus oder minus 10 Prozent auf 12 Millionen Franken. Der Verein Gnadenthal kann das Bauvorhaben nur zum Teil aus eigenen Mitteln finanzieren. Bei einer Bank müssen fünf Millionen Franken als fester Vorschuss aufgenommen werden. Die Fremdverschuldung sei für den Reusspark absolut tragbar, betont der Vereinsvorstand im Kreditantrag.