Muri

«Rechnung geht auf»: Firma zieht von Zug nach Muri und zahlt gern mehr Steuern

Podiumsdiskussion mit (v.l.) Heinz Nater, Martin A. Bopp, Albert Sigrist, Herbert Mäder und Peter Andres. to

Podiumsdiskussion mit (v.l.) Heinz Nater, Martin A. Bopp, Albert Sigrist, Herbert Mäder und Peter Andres. to

Am 5. Wirtschaftsanlass von Wirtschaft Raum Muri zog Albert Sigrist, der mit seiner Firma soeben aus dem Kanton Zug nach Muri gezogen ist, einen Vergleich mit den beiden Wirtschaftsräumen. Das Freiamt schneidet dabei erstaunlich gut ab.

Im Kanton Zug müsste Albert Sigrist mit seiner Profot AG deutlich weniger Steuern bezahlen als in Muri. Dennoch hat er sich entschieden, den Firmensitz von Baar ins Freiamt zu verlegen.

Am 5. Wirtschaftsanlass von Wirtschaft Raum Muri – der erneut hervorragend besucht wurde – präsentierte er dazu ein paar Zahlen und Fakten.

«Wir waren in einem Gebäude in Baar/Sihlbrugg eingemietet und hätten diese Liegenschaft gerne erworben um uns zu vergrössern», schilderte der in Wohlen lebende CEO der Profot AG die Ausgangslage.

Das Gebäude sei dem Vermieter auch feil gewesen. «Der Preis lag aber weit über dem effektiven Wert. Eine Bankschätzung ergab eine Differenz von rund 1,5 Mio. Franken», legte Sigrist offen. Preisverhandlungen seien aussichtslos gewesen: «Es ist eine Sache von Angebot und Nachfrage. Im Kanton Zug ist Industrieland für einen KMU mit einem hohen Lagerbedarf kaum mehr finanzierbar.»

In Muri sehr willkommen

«Ich habe mich dann etwas umgesehen, bin auf das Projekt Reppisch in Muri gestossen und war davon ziemlich rasch begeistert», erklärte der Profot-CEO weiter. Das vor allem auch, weil er von Anfang an gespürt habe: «Wir sind in der Gemeinde Muri willkommen.»

Albert Sigrist klärte trotz seiner Begeisterung für den neuen Standort dessen Vorteile und Nachteile sehr seriös ab und liess dazu von seiner Bank auch ein Gutachten erstellen: «In diesem Gutachten macht die Bank erstaunliche Feststellungen. Wir erreichen von Muri aus in einer halben Autostunde rund 1,38 Mio. Einwohner und 643 000 Beschäftigte. Das sind Zahlen, die nahe bei jenen der Stadt Zürich liegen. Muri ist demnach ein Wirtschaftsstandort von überdurchschnittlicher Qualität.»

Rechnung geht auf

Auch finanziell geht die Rechnung für die Firma mit ihren rund 35 Angestellten auf: «Der Neubau mit rund 3300 Quadratmetern Lager-, Büro- und Ausstellungsflächen sowie Schulungs- und Tagungsräumen haben wir in Muri für 6,9 Mio. Franken realisiert. In Baar hätte ein solches Projekt 9,5 Mio. Franken gekostet. Dank fähigen Architekten (Melliger Architekten Muri) und guten Handwerkern betrug die Realisierungszeit lediglich 14 Monate, in Baar hätte es zwei Jahre gedauert.»

Zwar, sagte Sigrist, müsse die Firma in Muri jetzt pro Jahr rund 23 000 Franken mehr Steuern bezahlen als im Kanton Zug. Die Rechnung gehe aber dennoch auf.

Die Erschliessung ist mangelhaft

Natürlich ist für die im Bereich Fotozubehör tätige Profot AG auch in Muri nicht ganz alles Gold, was glänzt. Nachteile sieht Siegrist vor allem in der Erschliessung durch den Privat- und wie den Öffentlichen Verkehr: «Da muss im Freiamt noch einiges verbessert werden.» Es gab noch weitere spannende Vorträge an dem von Gemeinderat Heinz Nater geleiteten Forum.

So jenen von Herbert Mäder, der am Beispiel seines Malereiunternehmens in Zürich aufzeigte, wie man mit guten Ideen und viel Fleiss den Mitbewerbern davoneilen kann. Oder jenen von Martin A. Bopp, der als Geschäftsführer die Institution Hightech Zentrum Aargau kurz vorstellte und den Unternehmern aufzeigte, wie sie diese nutzen können.

Nach einer kurzen Podiumsdiskussion unter der Leitung von Peter Andres ging es es zum zweiten, ebenso wichtigen Teil des Abends: Networking zum von der Gemeinde Muri offerierten Apéro.

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