Widen

Rebberg-Einzonung wurde kurzerhand von der Traktandenliste gestrichen

Der Gemeinderat hat das Geschäft «Neueinzonung im Rebberg-Gebiet» aus dem Programm der Gemeindeversammlung gekippt.sl

Der Gemeinderat hat das Geschäft «Neueinzonung im Rebberg-Gebiet» aus dem Programm der Gemeindeversammlung gekippt.sl

Die Einwohner von Widen können vorläufig nicht über eine Einzonung im Rebberg und über eine bessere Ausnützung in der Wohnzone W1 abstimmen. Der Gemeinderat hat die beiden Geschäfte von der Traktandenliste der Gemeindeversammlung gestrichen.

An der kommenden Gemeindeversammlung vom 27. Juni sollte über zwei Änderungen der Nutzungsplanung Widen befunden werden: Erhöhung der Ausnützungsziffer in der Wohnzone W1 und Rebberg-Neueinzonung von 1,2 Hektaren unterhalb der Wolfeggstrasse.

Jetzt hat der Gemeinderat die beiden Geschäfte abgesetzt, er strich sie aus der Traktandenliste. Dies mit dem Hinweis, der Kanton habe Vorbehalte zu den zwei Sachgeschäften angemeldet.

Abblasen musste die Gemeindebehörde auch eine öffentliche Informationsveranstaltung im Vorfeld der Gemeindeversammlung. Am 28. Mai hatten Gemeinderat und Ortsplanungskommission im Vereinslokal Widen über die zwei Sachgeschäfte informieren wollen.

Begrüssenswerte Bestimmung

Ärgerlich aus Sicht der Mutschellengemeinde ist die Streichung des Traktandums Ausnützungsziffer. Denn die Erhöhung der Ausnützungsziffer von 0,35 auf 0,40 in der Wohnzone W1 (eingeschossige Einfamilienhauszone) ist unbestritten.

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung Widen Ende September 2012 war ein Antrag zur Vergrösserung der Ziffer auf 0,40 haushoch durchgekommen.

Nun kann diese neue Bestimmung, die verdichtetes Bauen zulässt und eine bessere Ausnützung des Bodens verspricht, weniger rasch umgesetzt werden als vermutet.

Nicht nur für Neubauten, auch für Aus- und Umbauten in der Wohnzone 1 gilt bis auf Weiteres die beschränkte, alte Ausnützung von 0,35. Ob die Gemeindeversammlung allenfalls Ende 2013 oder erst im Jahr 2014 über die erhöhte Ausnützung befinden und sie dann sofort in Kraft setzen kann, weiss derzeit niemand.

Umstrittene Einzonung

Auch die Abstimmung über die Rebberg-Neueinzonung muss auf die lange Bank geschoben werden. Diese Einzonung ist umstritten.

Im September 2012 hatte die ausserordentliche «Gmeind» beschlossen, auf die Einzonung der 1,2 Hektaren zu verzichten, dies bei 171 Ja gegen 94 Nein.

Der Gemeinderat wollte den Einwohnern am 27. Juni ein optimiertes Rebberg-Einzonungsbegehren unterbreiten, das die landschaftliche Einbettung besser berücksichtigt.

Bleibt die Frage, was denn der Kanton gegen das überarbeitete Nutzungsplanungs-Gesamtwerk Widen einzuwenden hat. «Gar nichts», sagt der zuständige Kreisplaner Heiner Speck, «aber die Spielregeln haben sich mittlerweile geändert.»

Neu müssten Einzonungen von mehr als einer Hektare im kantonalen Richtplan verankert werden, was früher nicht nötig war. Dies gelte eben auch fürs Gebiet Rebberg in Widen.

«Unverständliche Haltung»

Für Frau Gemeindeammann Vreni Meuwly ist die Haltung der Kantonsstellen «völlig unverständlich. Wir bräuchten jetzt definitive Entscheide der Einwohner zur Ausnützungsziffer und zur Einzonung. Stattdessen wird abgeblockt und verzögert.»

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