Für Gemeindeammann Peter Spring gibt es nichts zu deuteln: «Die Stimmberechtigten haben klar Stellung bezogen, den Entscheid gilt es zu akzeptieren.» Damit ist die Einzonung von einer Hektare Landwirtschaftsland im Hanggebiet Rebberg in die Bauzone vom Tisch. Das Referendum für die Umzonung war nach ablehnendem Gemeindeversammlungsentscheid mit 311 gültigen Unterschriften zustande gekommen; nötig wären 256 gewesen.

«Ich hätte einen knapperen Ausgang erwartet», räumt Spring ein. «Aber die Leute sind auf Themen wie Zersiedelung sensibilisiert.» Es sei jetzt müssig zu diskutieren, ob er Entscheid inhaltlich richtig ist. «Immerhin bestätigt das Abstimmungsresultat die Entscheide zweier Gemeindeversammlungen, sodass der Fall eindeutig ist.» Der Gemeinderat wollte an der Einzonung festhalten, weil er sie als wichtig für die Entwicklung in Widen erachtete.

Gegner sind erleichtert

Elisabeth Sailer hingegen ist überzeugt: «Widen hat gewonnen.» Ein Ja zur Einzonung hätte ihrer Ansicht nach den Verlust einer besonderen Landschaft, den Verlust eines besonderen Spazier- und Wanderwegs sowie eine Beeinträchtigung des Ortsbildes mit sich gebracht. «Das ist nicht ein gewöhnlicher Hang», betont Sailer, seit vielen Jahren im Stiftungsrat der Stiftung Reusstal engagiert, davon 14 Jahre Präsidentin.

«Dieser Hang wurde vom Reussgletscher einmal so geformt.» Sie zeigt sich froh, dass das Resultat «so klar ausgefallen ist, wie wir uns das erhofft haben.» Es gewinne zudem an Gewicht durch die überdurchschnittliche Stimmbeteiligung von über 66 Prozent.

Die IG Rebberg wiederum bezeichnet das Abstimmungsresultat auf ihrer Facebook-Seite als «Sieg der Demokratie über finanzielle Partikulärinteressen und eine Abfuhr an die mehr als fragwürdige Vorgehensweise der Widner Exekutive.»

Nicht nichts

Sailer erklärt schliesslich, dass der Gemeinderat und die Kommission für ihre Arbeit zur Revision der Bau- und Nutzungsordnung einen grossen Dank verdient hätten. Auch wenn jetzt die Einzonung des Rebbergs abgelehnt worden ist, sei in Widen «ja nicht nichts passiert».

Zwei Hektaren seien eingezont worden, verschiedene Gebiete hätten eine Erhöhung der Ausnützungsziffer erfahren. «Das gibt der Gemeinde Widen Möglichkeiten, sich zu entwickeln – auch ohne Rebberg.»

Schliesslich hofft Sailer, dass sich Gegner und Befürworter wieder finden und einvernehmlich die Zukunft gestalten, auch wenn die Rebberg-Diskussionen sehr emotional geführt wurden und teilweise bis zu einer Spaltung im Dorf geführt haben.