Oberwil-Lieli

Rapsglanzkäfer, Striegel und bekömmliches Trinkwasser

Strammen Schrittes unterwegs: Flurgang im Ortsteil Oberwil. sl

Strammen Schrittes unterwegs: Flurgang im Ortsteil Oberwil. sl

Oberwil-Lieli Am Mittwoch traf sich die Nitratkommission mit Landwirten auf dem Buechimoos-Hof von Stephan Bütler in Oberwil-Lieli. Der Flurgang mit 30 Landwirten aus der Region und drei Experten.

Jedes Jahr trifft sich die Nitratkommission Reusstal für zwei Stunden mit Landwirten. Am Mittwoch fand dieses Treffen in Oberwil-Lieli statt, genauer auf dem Buechimoos-Hof von Stephan Bütler.

Nahezu 30 Landwirte aus Unterlunkhofen, Berikon, Zufikon und Oberwil-Lieli waren anwesend. Sie nutzten das Treffen zum Fachsimpeln unter Berufskollegen und erhielten einige professionelle Fachtipps. Die Ratschläge erteilten Sonja Basler, Erich Huwiler und Peter Suter vom landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg des Kantons Aargau.

Käfer tun sich gütlich

Auf dem Rapsfeld von Stephan Bütler hat sich der Rapsglanzkäfer eingenistet. Sobald der Befall stärker werde und viele Käfer in den dort aufgestellten Gelbfallen steckten, müsse der Landwirt umgehend Insektizidmittel spritzen, sagte Sonja Basler. «Wenn zugewartet wird, droht ein grösserer Ernteausfall.»

Die Vegetation sei wegen der vielen nassen Frühlingstage zwar im Rückstand, teilte Erich Huwiler mit. «Seit dem Beginn der Wärmeperiode spriesst es aber überall üppig.» Auch das Wiesland von Stephan Bütler, das seinen Kühen als Futtermittel dient, gedeiht derzeit fast explosionsartig. Laut Huwiler wächst auf einer Hektare Wiesland jetzt täglich 120 Kilo Trockensubstanz nach, also lauter Graspflanzen abzüglich Feuchtigkeit.

«Bestockung wird angeregt»

Nach einem fünfminütigen Spaziergang machten die Flurgänger Halt auf Landparzellen von Bio-Landwirt Traugott Villiger. Auf einem Feld, das Villiger am Dienstag mechanisch mit einem Striegel bearbeitet und am Montag mit 50 Kubik Gülle gedüngt hat, wächst Bioweizen. Laut Peter Suter sind durch das Striegeln nicht nur Unkräuter beseitigt worden: «Das Striegeln regt auch die Bestockung des Weizens an, es bringt Luft und Wärme in den Boden». Villiger erwartet einen Ertrag von ungefähr 50 Kilo pro Are. Die ausgeführte Güllenmenge auf dem Feld liege bei 50 Kubik je Hektare.

«Unser Trinkwasser ist sehr gut»

Die Flurgänge der Nitratschutzkommission mit den Landwirten wurden vor rund 20 Jahren eingeführt. Sie bezweckten, Landwirte zu informieren und aufzufordern, die Felder massvoll und zum richtigen Zeitpunkt zu düngen. Auswaschungen von Nitrat im Kulturland hatten das Grund- und Trinkwasser belastet. Das war einmal. Mit Ausnahme der Region Birrfeld ist das Nitratproblem praktisch überall im Aargau gelöst.

«Unser Trinkwasser darf als sehr gut beurteilt werden», sagte Patrick Cimma aus Zufikon, der Präsident der Nitratschutzkommission Reusstal. Zu 90 % sei letztes Jahr das angestrebte Qualitätsziel von 25 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser in der Region erreicht worden. Und nie habe man bei Messungen festgestellt, dass der Toleranzwert – Nitratgehalt von 40 Milligramm je Liter Trinkwasser – überschritten worden wäre.

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