Wohlen

Punktlandung trotz kleinerem Handlungsspielraum

Der grösste «Kostenblock» ist die Bildung: Sie machte rund einen Drittel des Nettoaufwands aus, nämlich 11 Millionen Franken. kob/archiv

Der grösste «Kostenblock» ist die Bildung: Sie machte rund einen Drittel des Nettoaufwands aus, nämlich 11 Millionen Franken. kob/archiv

Die Jahresrechnung 2012 von Wohlen schliesst im Vergleich zum Voranschlag leicht besser ab als erwartet. Dazu beigetragen haben vor allem auch tiefere Ausgaben. Die Kosten bei der Pflegefinanzierung fiel etwa geringer aus.

Die Gemeinde Wohlen kann auf ein finanziell erfreuliches Jahr 2012 zurückblicken. Das Resultat ist leicht besser als budgetiert: Der Nettoaufwand lag rund 696 000 Franken niedriger (–2,1%).

Deshalb werden die budgetierten Abschreibungen von 310 000 Franken übertroffen und belaufen sich auf rund 712 000 Franken. Beim Steuerertrag verfehlte man die Prognose nur um 0,9%. «Im Vergleich zum Voranschlag schliesst die Rechnung der Einwohnergemeinde besser ab als erwartet. Es ist praktisch eine Punktlandung», sagte Vizeammann Matthias Jauslin.

Grösster Posten ist die Bildung

Der Nettoaufwand beläuft sich auf 33,1 Millionen Franken. Alle Verwaltungsabteilungen, ausgenommen Bildung und Soziale Wohlfahrt, wiesen tiefere Nettoaufwendungen auf, als das Budget vorsah. Dazu beigetragen haben vor allem tiefere Ausgaben: So fielen die Gemeindebeiträge für Spitäler und die Restkosten bei der Pflegefinanzierung geringer aus.

Auch der Aufwand für Gemeindestrassen und der Gemeindebeitrag an den öV blieben unter dem geschätzten Betrag. Ein geringerer Zinsaufwand und höhere Dividende der Industriellen Betriebe Wohlen AG (IBW) und ein Buchgewinn aus dem Landverkauf des «alten Postareals» schlugen ebenfalls positiv zu Buche.

Die Mehrausgaben in Bildung und Soziale Wohlfahrt kamen durch zusätzlichen Personalaufwand und durch «signifikante Zusatzausgaben bei der Sonderschulung/Heimaufenthalte und für Sozialhilfeleistungen» zustande, wie es in der Erklärung heisst. Bildung und Soziale Wohlfahrt sind dann auch die grössten «Kostenblöcke», wie Jauslin erklärt: «Über ein Drittel der Ausgaben fiel für die Bildung an.» Das sind rund 11 Millionen Franken.

Niedrige Selbstfinanzierung

Sorgen macht dem Gemeinderat die bescheidene Selbstfinanzierung. Das ist jene Summe, die zur Finanzierung von Investitionen oder zum Abbau von Schulden eingesetzt werden kann. «Der Handlungsspielraum ist klein», sagt Jauslin.

Die Selbstfinanzierung lag 2012 bei 712 000 Franken. Sie hat in den vergangenen fünf Jahren fast kontinuierlich abgenommen. Zum Vergleich: 2008 lag sie noch bei 5,7 Millionen Franken. Gut steht die Gemeinde bei den Schulden da: Die Nettoschuld erhöhte sich zwar gegenüber dem Vorjahr von 1,2 auf 2,8 Millionen.

Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt aber mit 187 Franken nach wie vor deutlich unter dem kantonalen Richtwert von 2 500 Franken. Trotzdem merkt Jauslin an: «Eine zu hohe Verschuldung können wir uns nicht leisten – die Schulden müssen irgendwann zurückbezahlt werden.» Dies sei bei der tiefen Selbstfinanzierung kaum möglich. Fazit: «Wohlen hat einen Grossteil seiner Schulden abbezahlt, hat aber zu wenig Einnahmen, um sich im grossen Stil neu zu verschulden», so Jauslin.

Gemeindeammann Walter Dubler merkt an, dass der Handlungsspielraum auch aufgrund der Kosten, die vom Kanton her auf die Gemeinden abgewälzt werden, kleiner wird: «Zur Zeit zahlen wir dem Kanton für Lasten, welche über 40% der Steuereinnahmen ausmachen.» Dies führe auch zu gewissen Unsicherheiten. Jauslin bestätigt: «Beispielsweise die Spitalkosten sind sehr schwer abzuschätzen. Wir halten uns an die Vorgaben und müssen dann schauen, wie hoch die Kosten ausfallen.»

Unternehmen sind erfolgreich

Die Steuereinnahmen bei natürlichen Personen sind um 300 000 Franken höher als budgetiert, was sehr bescheiden ist, berücksichtigt man das Bevölkerungswachstum von über 2%. Der Aktiensteueranteil beträgt 2,74 Millionen und ist damit deutlich über dem Budget. «Die Unternehmen in Wohlen haben gut gewirtschaftet», zeigt sich Jauslin erfreut.

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