Chronologie
Protokoll der Affäre Dubler: Aufgedeckt, ausgesessen, suspendiert

Bereits Mitte Juni wurden die ersten Vorwürfe gegen den Wohler Gemeindeammann Walter Dubler laut. Anfangs Oktober hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, am 11. Nomember hat ihn der Regierungsrat suspendiert. Doch was passierte alles dazwischen?

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Wohlens Gemeindeammann Walter Dubler.

Wohlens Gemeindeammann Walter Dubler.

Aargauer Zeitung

19. Juni: SVP-Einwohnerrat Jean-Pierre Gallati wirft Walter Dubler vor, er habe sich von der Gemeinde zu hohe Pensionskassenbeiträge auszahlen lassen. Dubler bestätigt dies und sagt, der Gemeinderat wisse davon.

22. Juni: Walter Dubler gesteht vor dem Einwohnerrat ein, dass er die Auszahlung der höheren Beiträge selber angeordnet hat - der Gemeinderat wusste von nichts. Der Einwohnerrat weist die Jahresrechnung 2014 zurück, die den Beleg für Dublers Bezüge enthält.

25. Juni: Die Staatsanwaltschaft eröffnet eine Strafuntersuchung gegen Dubler – der Verdacht lautet auf ungetreue Geschäftsbesorgung. Auf der Gemeindekanzlei werden Dokumente beschlagnahmt, Dubler, die anderen Gemeinderäte und Angestellte werden befragt.

30. Juni: Dubler gibt zwei Ressorts ab. Vizeammann Paul Huwiler übernimmt Personalwesen und Kommunikation, bis die Vorwürfe gegen Dubler geklärt sind.

3. Juli: Gallati und SVP-Einwohnerratskollege Christian Lanz erheben neue Vorwürfe gegen Dubler. Dieser soll Entschädigungen für seine Tätigkeit als Präsident des Regionalplanungsverbandes Unteres Bünztal nicht der Gemeinde abgeliefert, sondern selber eingesackt haben.

21. August: Gallati reicht noch eine Anfrage ein – demnach soll Dubler die Honorare für sein Verwaltungsrats-Amt bei der BDWM Transport AG selber bezogen haben.

24. August: Im Einwohnerrat stellt die SVP die Forderung nach Amtsenthebung von Dubler auf und verweist auf den Fall eines Regionalpolizisten, der Geld aus Parkuhren selber eingesteckt habe und deshalb Anfang Jahr fristlos entlassen wurde.

1. September: Gallati reicht beim Regierungsrat eine Aufsichtsanzeige gegen Dubler ein. Dieser soll eigenmächtig Lohnfortzahlungen für einen ehemaligen Bauamtsmitarbeiter veranlasst und damit seine Kompetenzen überschritten haben.

4. September: Noch ein Gallati-Vorstoss: Walter Dubler soll Sitzungsgelder, die er als Mitglied einer kantonalen Arbeitsgruppe erhielt, nicht der Gemeinde abgeliefert haben. In die Arbeitsgruppe wurde er als Vertreter der Gemeindeammänner-Vereinigung delegiert.

7. September: Die Wohler Finanzkommission und die externe Revisionsfirma BDO bestätigen nach einer weiteren Rechnungsprüfung die Vorwürfe gegen Dubler. Zudem habe der Ammann auch Spesen für Bahnfahrten verrechnet, obwohl er eine Spesenpauschale von 5000 Franken bezieht.

17. September: Ein Rechtsgutachten entlastet Dubler vom Vorwurf, er habe widerrechtlich Verwaltungsrats-Honorare der BDWM Transport AG bezogen. Das entsprechende Mandat sei privat, deshalb müsse Dubler der Gemeinde nichts abliefern.

18. September: Die FDP Wohlen fordert Dubler zum Rücktritt auf, sein Verhalten sei «absolut unentschuldbar» und der Gemeindeammann nicht mehr tragbar.

21. September: Der Einwohnerrat weist die Jahresrechnung 2014 zum zweiten Mal zurück. Nun muss das kantonale Departement des Inneren die Rechnung prüfen, abschliessend darüber entscheiden wird der Regierungsrat.

25. September: Der Regierungsrat eröffnet im Rahmen der Aufsicht über die Gemeinden eine Administrativuntersuchung im Fall Dubler. Dabei sollen die Vorgänge in Wohlen untersucht und zudem geprüft werden, ob die Gemeinde ihre Aufgaben vorschriftsgemäss erfüllt.

8. Oktober: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Dubler, diese lautet auf ungetreue Geschäftsbesorgung und mehrfachen Betrug.

11. Oktober: Nun fordern auch die SP Dubler zum Rücktritt auf – die Grünen unterstützen diesen Vorschlag. Dubler verliert auch den letzten Politische Rückhalt. Duber jedoch lässt sich nichts anmerken, tritt an der Olma und am Einwohnerrat auf. Er pocht auf die Unschuldsvermutung.

13. Oktober: Das zuständige Bezirksgericht hat bei der Beschwerdekammer des Obergerichts einen Ausstandsantrag für das Verfahren gestellt. Es seien zu viele Verbindungspunkte mit Dubler vorhanden.

11. November: Der grosse Paukenschlag: Die Kantonsregierung hat beschlossen, Dubler per 13. November vorläufig aus seinem Amt zu suspendieren. Dubler kritisiert dieses Vorgehen: «Für die vorübergehende Einstellung im Amt gibt es weder überzeugende Gründe noch ist sie notwendig oder verhältnismässig.»