Die Blicke waren konzentriert, die Stirnen gerunzelt. Von einzelnen Tischen ertönten Lacher und angeregtes Gemurmel. 80 Jasserinnen und Jasser haben sich am vergangenen Donnerstagabend im Restaurant Stalden in Berikon getroffen, um ihr Glück in der zweiten Runde des diesjährigen Turniers zu versuchen. Nur wer zu den zehn besten des Abends gehörte, kann am 17. Mai am Finale in Würenlingen teilnehmen und hat eine Chance AZ-Jasskönig zu werden.

Margrit Hoffmann aus Gippingen versuchte ihr Glück bereits zum dritten Mal. «Ich habe sonst niemanden, der mit mir Jasst und hier herrscht immer ein fröhliches Ambiente. Natürlich wäre ich gerne im Finale, aber ich mache vor allem aus Spass mit», so die 65-Jährige. Der Spass am Jassen war es auch, der Robi Küttel und Ursula Bittel aus Oberrohrdorf zum ersten Mal ans Turnier lockte. «Wir sind gespannt, was uns erwartet», erzählten die beiden. Küttel hat es Wunder genommen, wie ernst das ganze Turnier wirklich sei, und ob auch etwas Spass platz habe.

Bereits beim Apéro entstanden die ersten Bekanntschaften und von Konkurrenzdenken war noch nichts zu spüren: Während das Schwyzerörgeliduo Zumbrunn-Blättler für musikalische Unterhaltung sorgte, halfen sich die Teilnehmer gegenseitig beim Jass-Quiz. Was ist das Maximum an Kartenpunkten, die beim Schieber zu viert in einem Stich erzielt werden können? «61 müsste hier die Lösung sein», tönte es von einem der Tische.

Erste Regel: Einigkeit

«Ich weiss nicht ob ich ein guter Verlierer bin, denn beim Jassen verliere ich nie», zitierte Roman Würsch den Komiker Peach Weber aus einem früheren Artikel der Aargauer Zeitung in seiner Begrüssungsrede. Als Promi Jasser konnten Peach Weber und Sandro Burki, Sportchef des FC Aarau, beweisen, wie gut sie Jassen oder eben verlieren können. Nach dem gemeinsamen Nachtessen wurden die Teller abgeräumt und die Jassteppiche aufgetischt.

Die Anweisungen von Turnierleiter Dominik Hadorn waren klar: Es gibt drei Passe an je 12 Spielen und vor jeder Runde werden die Partner neu zugelost. Undenufe und Obenabe dürfen angesagt werden und zählen wie auch die vier Trumpffarben einfach. Regel Nummer eins und für Hadorn ganz wichtig: «Werdet euch am Tisch einig.» Auch wenn mal ein Spielzug nicht genau nach den Regeln verläuft, solange alle vier Partner einverstanden sind, ist es auch der Richter. Und diese Regel schien zu funktionieren. «Es gab nur wenige Unklarheiten und die meisten konnten die Spieler schon selbst klären. Sie fragten mich einfach um sicher zu gehen», erzählt er.

Pech am Promitisch

Während im Saal bereits die nächste Runde los ging, kontrollierte Hadorn die Jasszettel und trug die Resultate in seinen Computer ein. Nach der zweiten Passe zeichneten sich schon Favoriten ab. «Da wird es knapp, 3000 Punkte braucht man mindestens, sonst reicht es nicht fürs Finale», fachsimpelte Roman Würsch mit dem Richter. In der zweite Runde schien der Wurm drin zu sein – zumindest bei den Promis. «Jetzt läuft es gerade nicht gut, die erste Runde war etwas besser», so Sandro Burki «Jetzt hatte ich etwas Pech», gibt auch Peach Weber zu. Er und seine Mitspieler nahmen es mit Humor. «Beide Partner hatten aufs Loch gleich viele Punkte», erzählten sie lachend.

20 Minuten nach 21 Uhr sind bereits die ersten Endresultate zum Richterpult gekommen. Während im Saal das Dessert serviert wurde, arbeiteten Hadorn und sein Team an der Auswertung. Schon kurze Zeit später stand fest, wer mit einer Einladung zum Finale und einer Konfitüre der Confiserie Kunz aus Frick nach Hause geht. Auch das Jass-Quiz wurde noch vor Ort ausgelost und der glückliche Gewinner konnte seinen 100 Franken Gutschein vom Volg gleich mitnehmen.

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