Widen

Projekt Hasenbergturm: Grünes Licht für neue Aussicht – doch Planung verursacht Sorgenfalten

Diese Aussicht, auf 35 Meter Höhe, könnte vom neuen Turm auf dem Hasenberg bestaunt werden. Zu sehen ist das Haus Morgenstern, das sein Land für das Projekt zur Verfügung stellt.

Diese Aussicht, auf 35 Meter Höhe, könnte vom neuen Turm auf dem Hasenberg bestaunt werden. Zu sehen ist das Haus Morgenstern, das sein Land für das Projekt zur Verfügung stellt.

Mit der Gründung eines Vereins geht die Planung des Aussichtsturms Hasenberg in Widen einen Schritt weiter. Ein paar offene Fragen zum Projekt bereiten den Anwohnern jedoch Sorgen.

Das Freiamt und seine angrenzenden Orte können sich nicht nur vom Boden aus sehen lassen. Auch in luftiger Höhe, 35 Meter über dem Erdboden, wirkt die Landschaft idyllisch und wird von bekannten Bergen wie Titlis, Rigi oder Pilatus umrahmt. Mit einem Aussichtsturm, gleich oberhalb der Institution Haus Morgenstern soll der prächtige Ausblick vom Hasenberg noch erweitert werden. Die Pläne für das Gebäude stehen bereits. Doch bevor dieses grosse Projekt realisiert werden kann, müssen noch einige Hürden überwunden werden.

Das Projekt Hasenbergturm ist schon seit ein paar Jahren geplant und wurde vom Gemeinderat bereits in die Legislaturziele 2014–2017 aufgenommen. Der höchste Punkt auf dem Hasenberg, der auf dem Gemeindegebiet Bellikon liegt, war ursprünglich als Standort für den Aussichtsturm geplant.

Dieser wurde jedoch vom Kanton aus verschiedenen Gründen als nicht bewilligungsfähig eingestuft. Unter anderem, weil sich der Standort auf einem vollbewaldeten Gebiet befindet. Für den Gemeinderat und alle anderen Beteiligten war dies kein Grund, das langersehnte Projekt aufzugeben.

Grünes Licht vom Kanton

Auf der Suche nach einem neuen Standort wurden sie auf dem Grundstück der Institution Haus Morgenstern, dem Wohnheim für Menschen mit mehrfacher Behinderung, fündig. Mit dem neuen Platz wurde auch ein weiterer Versuch beim Kanton unternommen.

«Bevor wir grosse Kosten verursachen und einen Kredit auslösen, wollten wir vom Kanton erfahren, ob der neue Standort überhaupt bewilligungsfähig wäre», erklärt Peter Spring, Gemeindeammann von Widen, das Vorgehen. Von der höheren Instanz hat der Standort bezüglich der Bewilligungsfähigkeit grünes Licht erhalten. Das sei zwar noch kein definitives Ja, wie Spring betont, jedoch seien die Auflagen des Kantons machbar.

Zum Anlass dieses Meilensteins wurde am vergangenen Dienstag der Verein Hasenbergturm gegründet. Der Verein muss dem Kanton vor allem Antworten zu den Themen Verkehr und Parkplätze liefern. Wie genau das funktionieren soll, weiss der Vorstand zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

Das wiederum verursacht Sorgenfalten auf den Stirnen der Anwohner. Auch das Thema Littering, zu dem noch Abklärungen getroffen werden müssen, sorgt bei den Betroffenen für Bedenken. «Was das Littering angeht, stehen wir im Gespräch mit dem Haus Morgenstern», so Spring. Hansruedi Luginbühl, Gesamtleiter Haus Morgenstern und Mitglied im Vorstand des Vereins Hasenbergturm, bestätigt: «Wir überlegen, ob eine unserer Beschäftigungsgruppen diese Aufgabe übernehmen soll.»

Grosszügige Ortsbürgergemeinde

Für die Planung des Projektes hat die Ortsbürgergemeinde Widen am 15. November einen Kredit von 60 000 Franken genehmigt. Sobald dem neu gegründeten Verein ein bewilligungsfähiges Projekt vorliegt, was für das kommende Frühjahr geplant ist, wollen seine Mitglieder aktiv werden. «Die Ortsbürgergemeinde kann nicht die ganze Finanzierung alleine stemmen», so Spring. Denn neben der Planung müssen auch die Kosten für Bau, Betrieb und Unterhalt sowie einen allfälligen Rückbau gedeckt sein.

Einerseits hofft der Verein auf Sponsoren aus den umliegenden Replagemeinden. Denn das Projekt sei nicht nur für die Bewohner von Widen, sondern könne auch von Auswärtigen besucht werden. Auf der anderen Seite soll das Projekt an der Gewerbeausstellung Mega 19 vorgestellt werden und so Sponsoren anlocken. Bis im Sommer 2019 soll die Finanzierung sichergestellt sein, damit Ende Jahr mit dem Bau begonnen werden kann. «Wenn alles klappt, stehen wir 2020 hier und eröffnen den Turm.»

Die Besucher könnten die Infrastrukturen vom Haus Morgenstern nützen. Neben den Toiletten sind das die Cafeteria, der neue Tiergarten oder der Spielplatz. Dafür muss die Aussicht etwas einbüssen – anstatt 360 sieht man vom geplanten Standort nur 240 Grad des Panoramas. Der Blick reicht also nicht ganz über den Wald bis nach Bellikon.

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