Ziel der Arbeitsgruppe Rad mit David Erne, Markus Stappung und Fredy Zobrist war die Schaffung von fünf GPS-Mountainbike-Routen im Freiamt. Die Routen sollten für Biker interessant sein und diese zu kulturellen und landschaftlichen Höhepunkten der Region führen. Dazu wird es nun nicht kommen. «Die Enttäuschung des Vorstandes von Erlebnis Freiamt ist gross», stellt Zobrist fest.

Bedingung für das Projekt war, dass die Routen legal mit Velos befahren werden dürfen, das heisst, dass sie in den Waldfeststellungsplänen der Gemeinden aufgeführt sind. Deshalb verschafften sich Mitglieder der Arbeitsgruppe als erstes bei Kreisförster Erwin Jansen Einblick in die Pläne und legten mit ihm das sinnvolle Vorgehen fest. Darauf suchten sie die kritischen Punkte heraus und ermittelten überall die zuständigen Gemeinden, Waldbesitzer sowie Forst- und Jagdreviere. «Nun zeigte es sich, dass das gemeinsame Verfolgen aller fünf Routen organisatorisch nicht verkraftbar war», hält die Radgruppe in einer Mitteilung fest.

Nur zwei Strecken

Die Gruppe verfolgte deshalb nur die zwei Strecken der Kul-Tour im Raum Boswil/Muri und die historische Tour am Lindenberg. An einer Besprechung mit Vertretern des Vorstandes von Jagd Aargau gelang es, sich über das weitere Vorgehen zu einigen, aber auf alle geäusserten Rahmenbedingungen (Monitoring, rechtliche Durchsetzung, Unterhalt) konnte Erlebnis Freiamt nicht eingehen. Die Radgruppe entschloss sich, zuerst mit allen beteiligten Stellen der Kul-Tour die kritischen Punkte an einer Sitzung im Detail abzusprechen und sich so die notwendigen Erfahrungen zu erarbeiten. «Diese Sitzung verlief äusserst negativ, denn es wurde praktisch nur über die negativen Punkte und Aspekte gesprochen», heisst es weiter. Die grossen Chancen, welche das Projekt von Erlebnis Freiamt bieten konnte, wie Kanalisation der Biker auf einzelne Wege, vorhandenes ideales Gelände im Freiamt, vermitteln von Rechten und Pflichten an die Biker, verbessern der Begegnungskultur zwischen Bikern, Jägern, Reitern und Wanderern, aufzeigen der Schönheiten und Spezialitäten des Freiamtes sowie schaffen zusätzlicher Wertschöpfung für das Gastgewerbe seien nicht wahrgenommen worden.

«Es war nie im Sinn von Erlebnis Freiamt, das Projekt GPS-Tracks gegen den Willen der von den Routen betroffenen Gruppierungen durchzusetzen», unterstreicht Zobrist. «Deshalb beschloss der Vorstand an seiner Mai-Sitzung den Abbruch der Übung. Bei Bedarf ist er für weitere Gespräche und die Weitergabe der erarbeiteten Kenntnisse und Erfahrungen gerne bereit», hält er weiter fest. (AZ)