Hitzkirch

Pro Lindenberg kämpft gegen Windräder – auch auf Aargauer Boden

Übergabe der Unterschriften: Gemeindeschreiber Bruno Felber, Gemeindeammann David Affentranger, Dieter Bösch und Daniel Schmid vom Verein Pro Lindenberg (von links) vor dem Gemeindehaus Hitzkirch.

Übergabe der Unterschriften: Gemeindeschreiber Bruno Felber, Gemeindeammann David Affentranger, Dieter Bösch und Daniel Schmid vom Verein Pro Lindenberg (von links) vor dem Gemeindehaus Hitzkirch.

In Hitzkirch hat der Verein 537 Unterschriften gegen Windräder gesammelt. Er will, dass die Bevölkerung zur Windkraft auf dem Lindenberg befragt wird.

Sie hat keine Auswirkungen auf der Aargauer Seite, und sie ist vielleicht nicht einmal gültig. Trotzdem kann die Gemeindeinitiative des Vereins Pro Lindenberg und der Interessengemeinschaft gegen den Windpark Lindenberg, gestern auf der Gemeindekanzlei Hitzkirch deponiert, Signalwirkung haben.

«Der Gemeinderat Hitzkirch wird jetzt prüfen, ob die Initiative gültig ist und, wenn ja, das Anliegen binnen eines Jahres vor das Volk zur Abstimmung bringen», sagt Gemeindeammann David Affentranger.

Mit der Initiative wird bezweckt, dass sich die Stimmberechtigten der Gemeinde Hitzkirch mit allen umliegenden Dorfteilen innerhalb eines Jahres zum Thema Windenergie auf dem Lindenberg äussern können.

Konkret verlangt sie, zum Schutz des Naherholungsgebiets Lindenberg die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, dass in den Grundbuchperimetern Müswangen, Hämikon und Sulz keine Windkraftanlagen erstellt werden.

Die Initiative musste gemäss Gemeindeordnung innerhalb der Sammelfrist von 60 Tagen von mindestens 300 Stimmberechtigten gültig unterzeichnet sein. «Mit 537 Unterschriften haben wir das locker erreicht», sagt Dieter Bösch, Müswangen, der zusammen mit Heiri Knaus und Isi Schennach, beide Hämikon, das Initiativkomitee bilden.

Die juristische Auseinandersetzung scheint allerdings programmiert. Einerseits lässt Affentranger durchblicken, dass der Kanton die Initiative nach einer entsprechenden Vorprüfung schon jetzt als eher ungültig erachtet. «Es stehen Bundesinteressen an der Windkraft regionalen Interessen an einem Naherholungsgebiet gegenüber».

Andererseits machen die Initianten klar, dass sie einen negativen Entscheid des Gemeinderates anfechten werden. Der Gemeinderat Hitzkirch selber hat bisher noch keine Stellung für oder wegen Windkraftanlagen auf dem Lindenberg bezogen, wie Affentranger erklärt.

«Wir wollten zuerst den Umweltverträglichkeitsbericht abwarten.» Der Entscheid über die Gültigkeit der Initiative sei ebenfalls noch keine Äusserung über die Haltung des Rates, sondern lediglich die Klärung einer juristischen Frage.

«Aktivitäten entwickeln» gegen den geplanten Windpark will der Verein Pro Lindenberg aber auch auf Aargauer Seite, wo auf Beinwiler Gebiet vier Windräder geplant sind. Das sagte der an der Unterschriftenübergabe anwesende Merenschwander Gemeinderat und Vizepräsident von Pro Lindenberg, Daniel Schmid. Allerdings liess er die Katze noch nicht aus dem Sack.

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Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

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