Die Geltwiler Stimmberechtigten werden an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung darüber befinden, ob nach der Schliessung der heutigen Gesamtschule eine Privatschule etabliert oder eine definitive Lösung mit der Schule einer Nachbargemeinde, wahrscheinlich Buttwil, gesucht wird. Das hat der Gemeinderat beschlossen, nachdem zwei Unterschriftensammlungen eine Konsultativabstimmung zur Frage Privatschule ja oder nein gefordert hatten.

«Die ausserordentliche Gemeindeversammlung wird Klarheit schaffen», sagt Gemeindeammann Daniel Appert. Sie soll Anfang April, sicher vor den Frühlingsferien, stattfinden. Der Zeitrahmen ist eng, muss doch die neue Lösung auf den Schulbeginn im Herbst funktionieren. «Gleich, welche Lösung kommt, da gibt es für die Betroffenen noch einiges zu organisieren.» Auch will der Gemeinderat noch abklären, wie viele Eltern ihre Kinder überhaupt in die Privatschule Sonnenweg von Angela Fisch schicken möchten. Offenbar sind nicht alle Eltern bereit, dies zu tun, obwohl die Gemeinde bei einem Ja die entsprechenden Kosten übernehmen würde. Mit der ausserordentlichen Gemeindeversammlung werden jetzt insofern Nägel mit Köpfen gemacht, als in der Regel Beschlüsse an Gemeindeversammlungen in Geltwil definitiv gefällt werden und nicht dem fakultativen Referendum unterstehen.

Vertrag ausarbeiten

Der Gemeinderat wird auf die ausserordentliche Versammlung hin einen konkreten Vertrag mit der Privatschule Sonnenweg ausarbeiten, damit die Stimmberechtigten aufgrund handfester Grundlagen entscheiden können. Angela Fisch findet den Entscheid des Gemeinderates gut. «Damit ich die Schule in Geltwil wirklich führen kann, brauche ich vier bis fünf Schülerinnen und Schüler aus dem Dorf selber», unterstreicht sie.

Der Gemeinderat hatte die Angliederung der Geltwiler Schülerinnen und Schüler bereits an der Orientierungsversammlung vom 15. Februar favorisiert und der Privatschule Sonnenweg von Fisch eine Absage erteilt. Im Schreiben zu der Unterschriftensammlung hoben anschliessend die Unterzeichnenden hervor, das grösste Anliegen der Gemeinde sollte der Erhalt der Schule sein, «eine Schule, für die die meisten Bürger der Gemeinde in der Vergangenheit ein Ja gaben und die das Herzstück des Dorfes darstellt». Mit der Privatschule bleibe das Dorf attraktiv für den Zuzug von Familien. Zudem sei die Infrastruktur vorhanden. Demgegenüber stehen wesentlich höhere Kosten: Im Vergleich mit der Angliederung an eine öffentliche Schule wären sie mit gegen rund 18 000 Franken pro Kind und Jahr in der Privatschule doppelt so hoch wie beispielsweise in Buttwil.

Der Kampf um den Erhalt der Geltwiler Schule ist ein langer. Nachdem der Kanton die Mindestschülerzahl zur Führung von 12 auf 15 Kinder angehoben hat, ist diese Hürde auch mit Klimmzügen kaum mehr zu erreichen. In der Vergangenheit gelang es mit der Mindestzahl 12 immer wieder, mit dem Zuzug auswärtiger Schülerinnen und Schüler die Mindestzahl einigermassen zu erreichen. Die Erkenntnis, die Schule in Zukunft nicht mehr eigenständig fortführen zu können, erreichte die Bevölkerung deshalb nicht unerwartet. 

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