Sins
Preis, weil alle auf Trab waren

Weil die Familie Heggli und das Pflegeteam des Zentrums Aettenbühl eine besondere Herausforderung gemeistert haben, erhielten sie einen Preis der Alzheimervereinigung.

Eddy Schambron
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Für Susanne Boss, Bereichsleiterin Pflege (links), und Donjeta Hoxha, stellvertretende Leiterin Gruppe 3, ist der Preis der Alzheimervereinigung eine wertvolle Anerkennung ihrer Arbeit. ES

Für Susanne Boss, Bereichsleiterin Pflege (links), und Donjeta Hoxha, stellvertretende Leiterin Gruppe 3, ist der Preis der Alzheimervereinigung eine wertvolle Anerkennung ihrer Arbeit. ES

Eddy Schambron

Der Preis der Sektion Aargau der Schweizerischen Alzheimervereinigung würdigt das gelungene Zusammenwirken zwischen Angehörigen und Pflegenden in herausfordernden Phasen der Demenz.

Othmar Heggli lebte mit Morbus Alzheimer seit 2013 im Zentrum Aettenbühl. Das Pflegezentrum hat zwar keine eigentliche Demenzstation, verfügt aber über einen geschützten Spaziergarten und das Pflegeteam des 3. Stocks über viel Erfahrung in der Begleitung von demenzbetroffenen Menschen. Das war auch wichtig bei der Betreuung von Heggli, der seine Leistungsbereitschaft und seinen Bewegungsdrang aus dem gesunden, aktiven Leben mit in seine Krankheit genommen hatte. «Er war immer mit etwas beschäftigt. Die Energie, die er dafür brauchte, war beträchtlich. Aber wie sich zeigte, war diese Energie bis zu seinem Tod vorhanden», erzählt seine Frau.

Sein Bewegungsdrang ruhte also auch nicht im Pflegeheim und bedeutete für die Familie und die Pflegenden eine grosse Herausforderung. «Fast dauernd war er in Bewegung. Von aussen betrachtet ziel- und grundlos, aus der Perspektive seines Lebens ein Fortführen seiner bewegten Lebensgeschichte.»

Damit waren auch alle Beteiligten sozusagen auf Trab: Familie, Pflegende und Mitbewohner ermöglichten mit ihrem Einsatz und der Bereitschaft mitzutragen, dass Othmar Heggli die Bewegung ausleben durfte, so wie er das immer tat.

Anerkennung und Motivation

Der sogenannte Fokuspreis der Alzheimervereinigung freue sowohl die Angehörigen als auch das Pflegeteam G3 sehr und sei gleichzeitig Motivation, sagt Susanne Boss, Bereichsleiterin Pflege. «Diese Anerkennung zeige auch auf, dass im Zentrum Aettenbühl in schwierigen Situationen nach guten Lösungen gesucht werde. Zentrumsleiter Paul Villiger wiederum stellt fest, dass nicht nur in diesem speziellen Fall alle zusammenstehen, damit das Zentrum gut funktionieren und allen möglichst viel Lebensqualität ermöglichen kann. «Gerade auch wie sich die Mitbewohnerinnen und -bewohner um Othmar Heggli gekümmert haben, hat uns sehr beeindruckt.»

Gesprächsgruppe für Betroffene

Das Zentrum Aettenbühl verfügt auch über eine Gesprächsgruppe für Angehörige und Bezugspersonen von Menschen mit Demenz. Dieses Angebot der Alzheimervereinigung ermöglicht es betroffenen Angehörigen, sich auszutauschen und Tipps für die Bewältigung der täglichen Herausforderungen zu diskutieren. Die Gruppe trifft sich jeden 1. Dienstag im Monat um 19 Uhr im Zentrum Aettenbühl.