Die schlangenförmigen Deckenlichter, der grob gemaserte Holzboden, dezente Lautsprecher in der weissen Hängedecke und vom Balkon aus ein herrlicher Blick auf den Mutschellen – man könnte sich durchaus in einer modernen Wohnung befinden. Die Räumlichkeiten direkt neben dem Bahnhof Bremgarten, im City Center, gehören aber zur Praxis von Cornel Stöckli, Dariusz Apel und Serge Mayer und nennt sich denn auch «Praxis am Bahnhof».

Die drei Ärzte, die zuvor bereits am Fliederweg zusammen mit weiteren Ärzten in einer Gruppenpraxis arbeiteten, mussten nicht lange überlegen, als sich ihnen die Gelegenheit zum Umzug bot. Mehr Platz, moderneres Equipment und eine zentralere Lage sind nur einige der Vorteile. «Wir haben vorher schon gut zusammengearbeitet, da war klar, dass wir auch ‹ein zweites Mal heiraten› würden», sagt Stöckli mit einem Schmunzeln.

Spital Muri präsent

In der neuen Gemeinschafspraxis stehen auch dem Spital Muri Büros zur Verfügung. Das Spital koordiniert Patienten aus der Region, die zur Sprechstunde kommen sollen; der entsprechende Spezialist kommt dann für einen halben Tag nach Bremgarten. Somit müssen die Patienten nicht den Weg nach Muri auf sich nehmen. «Ein weiterer Vorteil ist, dass wir direkt am Bahnhof sind. Wenn jemand nach einer Behandlung kein Fahrzeug lenken darf, dann hat er hier gute Zugsverbindungen», sagt Apel, Magen-Darm-Spezialist. Und: «Der Austausch mit dem Spital ist ein Vorteil für den Patienten. So bietet das Spital beispielsweise eine Ernährungsberatung an – meine Patienten, die ich dahin schicke, verliere ich nicht aus den Augen.» Auch ein Psychiater und ein Physiotherapeut sind im selben Gebäude.

Vor zwei Jahren hatte das Spital Muri eine Gruppenarzt-Praxis mit Hausärzten gründen wollen, fand jedoch keine Ärzte für das Vorhaben. Die aktuelle ist mit der damaligen Situation nicht mehr vergleichbar: Der Bau der «Praxis am Bahnhof» ist durch die drei Ärzte allein, ohne Mitwirkung des Spitals geplant, organisiert und finanziert worden. «Wir drei haben nach anderen Räumlichkeiten gesucht und sind auf das City Center aufmerksam gemacht worden. Durch die Gründung unserer Gruppenpraxis profitiert nun auch das Spital als Mieter von unseren Räumen, da es die Möglichkeit bekommen hat, gewisse Spitalleistungen ausserhalb des Spitals im Raum Bremgarten anzubieten», erklärt Mayer.

In der Praxis gibt es zudem Platz für einen zusätzlichen Spezialisten – eventuell einen Hautarzt. «Wir möchten das Leistungsangebot weiter ausbauen», erklärt Mayer.

Auch das Personal freut sich

Neben dem Magen-Darm-Spezialisten Apel sind mit Stöckli und Mayer zwei Rheumatologen im Ärztezentrum tätig. «Das hat nichts mit alten Leuten zu tun, wie man sich das vielleicht vorstellt», erklärt Stöckli. «Alles, was mit dem Bewegungsapparat zu tun hat, fällt in unseren Zuständigkeitsbereich, abgesehen von Operationen. Wir weisen aber chirurgische Fälle bei Bedarf an Orthopäden weiter.»

Auch das Personal kann sich über die neue Praxis freuen, stehen doch ein Umkleideraum, eine Dusche und ein grosszügiger Pausenraum mit Terrasse zur Verfügung. «Da fühlt man sich auch als Arbeitgeber wohl, wenn dem Personal die Arbeitsstelle gefällt, und eine gute Arbeitsatmosphäre herrscht», sagt Mayer.