Bremgarten
Präsidentin der Altstadtfachgeschäfte gibt Gegensteuer

Fernseh-Gastrokritiker Daniel Bumann hat dem Bremgarter Restaurantbetreiber Antonio Marcianelli auf die Sprünge helfen wollen. Dessen Restaurant «Pizzeria Santci Bono» beim reussstädtischen Rathaus läuft zwar nicht schlecht, aber auch nicht toll.

Lukas Schumacher
Merken
Drucken
Teilen
Präsidentin Claudia Spiegel wehrt sich mit deutlichen Worten

Präsidentin Claudia Spiegel wehrt sich mit deutlichen Worten

sl

Marcianelli fühlte sich veranlasst, den sendungs- und selbstbewussten Bumann anzurufen. Anfang November tauchte der Restauranttester des TV-Senders «3 +» samt Kamera- und Tonfachleuten im Reussstädtchen auf, was wiederum vereinzelte Reporter anderer Medienhäuser auf den Plan rief, um Bumanns Wirken zu rapportieren. Diese Reportagen sind längst erschienen. Erst im Frühling 2013 wird die Sendung mit dem Bremgarter Wirt über den Bildschirm flimmern.

«Tote Gassen, italienischer Hengst»

In den veröffentlichten Reportagen lösten zwei Aussagen von Bewirtungsspezialist Bumann bei Einheimischen Befremden, Irritation und Verwunderung aus. «Es hat keine Leute, die Gassen der Altstadt sind tot», posaunte Bumann. Seinen Zögling, Wirt Antonio, bezeichnete Bumann schulterklopfend als «italienischen Hengst». Das sorgte auch für Erheiterung, denn die Bewirtungszeit im «Sancti Bono» weckt eher Assoziationen an einen lahmen Gaul als an einen galoppierenden Hengst. Die Wartezeiten zwischen Bestellung und Servieren sind teils derart lang, dass Gäste einen ausgedehnten Stadtbummel unter kundiger Führung einschalten könnten. Wobei: Das Essen ist gut, wenn es denn kommt. Beim Drehen der Fernsehsendung liess Antonio die Reporter wissen, es bestehe ein Zusammenhang zwischen seinen beruflichen Schwierigkeiten und dem sehr ruhigen Städtchen.

«Aus der Luft gegriffen»

«Die Behauptung, die Altstadt sei tot, ist aus der Luft gegriffen», kontert Claudia Spiegel, die Präsidentin der Fachgeschäfte Altstadt Bremgarten (FAB). Diese dumme Bemerkung sei nicht nur unwahr, sondern auch dreist. Es gebe viele Gelegenheiten, um die guten Geschäftsfrequenzen in der Altstadt zu beobachten. Die Fachgeschäfte böten alles in allem eine grosse Auswahl und einen optimalen Mix an Waren an, was vielerlei Kundschaft anziehe. Wie andernorts auch, sei in der Mittagszeit auf den Gassen aus einem einfachen Grund wenig los: «Die Besucher verpflegen sich in einer der vielen Bremgarter Gaststätten.»

Claudia Spiegel ärgert sich über Schwarz-Weissmalereien im Nachgang zu Bumanns Auftritt: «Die Schwierigkeiten einiger Gastrobetriebe in der Altstadt darf man nicht verallgemeinern. Fakt ist, dass Gewerbetreibende und alteingesessene wie neue Inhaber von Ladengeschäften mehr als zufrieden sind mit dem Umsatz und Kundenfluss.» Laut Spiegel hat die 1994 verkehrsfrei gewordene Altstadt eine positive Veränderung bei der Kundschaft bewirkt. Positiv, weil seither das schöne Ambiente des Städtchens bewahrt werde, was die Kundschaft geniesse und das Leben, Wohnen und Geschäften in der Altstadt angenehmer mache.