«Das machen wir auch. Ich frage bei der Kantonspolizei Schwyz nach, ob wir ihre gute Idee kopieren dürfen», sagt Marco Veil, Chef der Regionalpolizei Wohlen, spontan. Die az Aargauer Zeitung hat ihn mit einer Aktion zur Einbruchsprävention konfrontiert, die im Kanton Schwyz diesen Herbst angelaufen ist.

«Auf Ihren Spaziergängen ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Sie verdächtige Personen oder Fahrzeuge feststellen. Melden Sie uns Ihre verdächtigen Wahrnehmungen sofort via Notruf 117. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zugunsten der Sicherheit im Kanton Schwyz», hat die dortige Kantonspolizei allen Hundehalterinnen und Hundehaltern in einem persönlichen Brief geschrieben.

Sicherheitsgefühl vermitteln

Der Erfolg der Polizei im Kampf gegen Einbrecher hänge stark von der Mithilfe aus der Bevölkerung ab. «Sie sind oft mit ihrem Hund in den verschiedenen Quartieren unterwegs. Sie und ihr treuer Begleiter wissen deshalb auch, welche Personen ins Quartier gehören und welche nicht», schreibt die Kapo Schwyz in ihrem Brief weiter.

Marco Veil kann diese Feststellung nur unterstützen: «Wir sind in der Region Wohlen täglich in der Dämmerung mit einer speziellen Präventionspatrouille unterwegs», erklärt er. Damit wolle man potenzielle Einbrecher abschrecken, aber auch das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung erhöhen.

«Die Rückmeldungen der Einwohnerinnen und Einwohner sind positiv. Unsere Patrouillen werden geschätzt», sagt Veil mit Verweis auf die Flyer, welche von den patrouillierenden Polizistinnen und Polizisten in die Briefkästen verteilt werden. «Dort», erklärt Veil, «ist festgehalten, welche Patrouille zu welcher Zeit im Quartier unterwegs gewesen ist.»

Mithilfe der Bevölkerung wichtig

«Die Idee ist gut», sagt auch Erich Holliger, Chef der Regionalpolizei Muri. Auch im Oberfreiamt habe die Einbruchsprävention einen hohen Stellenwert: «Bereits im Herbst 2008 habe ich die Aktion ‹gut geschlafen› ins Leben gerufen. Wir führen diese nach wie vor durch», erklärt Holliger.

Auch in der Region Muri werden zu den gefährlichen Zeiten im Herbst und Winter, bei Notwendigkeit jedoch auch im Laufe des Jahres, spezielle Flyer verteilt. «Wir wollen damit den Leuten nicht nur zeigen, dass wir in ihrem Quartier waren, sondern auch um welche Zeit. In der Regel schlafen die Leute und sehen unsere Patrouillen nicht. Wenn sie unsern Flyer im Briefkasten finden, wissen sie, dass wir auch nachts unterwegs sind. Verhaltensregeln finden sie auf diesen Flyern auch. Die Aktion findet sehr guten Anklang und ich habe viel positives Feedback», sagt Holliger zum Erfolg der Aktion.

Prävention zeigt Wirkung

Auch Bernhard Graser, Mediensprecher der Kapo Aargau, findet die Aktion der Schwyzer Kollegen sinnvoll. Prävention sei sehr wichtig und sie zeige auch Wirkung: «Wir verzeichnen dank unserer Aufklärung bereits deutlich mehr Reaktionen aus der Bevölkerung als früher und ich bin überzeugt, dass wir dank diesen Meldungen über verdächtige Personen oder Fahrzeuge schon mehrere Einbrecher haben dingfest machen können.»

Der Mediensprecher weist weiter darauf hin, dass die Einbrüche in diesem Herbst verglichen mit dem Vorjahr stark zurückgegangen sind. Ein Zusammenhang mit den vermehrten Präventionsbemühungen der Polizei und der Mithilfe der Bevölkerung liege dabei nahe.