Pöstler müssen neu per Computer oder Handy bestellt werden

Ende November werden die gelben Steckschilder im Hausservice der Schweizerischen Post durch einen Onlinedienst abgelöst.

Melanie Burgener
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Die Steckschilder der Post werden durch eine Online-Lösung ersetzt.

Die Steckschilder der Post werden durch eine Online-Lösung ersetzt.

Bild: Mel

Steckt das kleine, gelb-weisse Schild im Einwurfschlitz des Briefkastens, klingelt die Pöstlerin oder der Pöstler an der Tür. Liegt es auf dem Türchen des Milchkastens, nehmen die Zuständigen die Briefe und das Geld für die Frankierung mit – das Retourgeld kommt am nächsten Tag mit der Post.

Für die Bewohner kleinerer Dörfer, die keine eigene Postfiliale haben, bietet die Schweizerische Post schon seit vielen Jahren einen Hausservice an. Dieser ermöglicht es den Kundinnen und Kunden ganz einfach, ihre Postgeschäfte von zu Hause aus zu erledigen. Und dieses System, das die Fahrt zur nächsten Filiale erspart, soll jetzt sogar noch einfacher werden, wirbt die Post.

Ein moderner Service für die Kundschaft

Zwar soll der Hausservice nach wie vor über die Pöstlerinnen und Pöstler erfolgen. Neu ist jedoch, dass der Wunsch nach dieser Dienstleistung nicht mehr über das Steckschild, sondern online angemeldet werden muss.

«Die Post will ihren Kunden mit der Onlinelösung einen moderneren Service anbieten, der ihnen das Leben erleichtert», sagt Markus Werner, zuständiger Mediensprecher der Post im Kanton Aargau. Ab dem 30. November werden die Steckschilder endgültig abgelöst, sagt er.

Wer kein Internet hat, kann sich telefonisch melden

«Die neue Lösung ist von Oktober 2019 bis August 2020 in rund 11000 Haushalten in der ganzen Schweiz erprobt worden. Und das bisherige Feedback war fast durchweg positiv», so Werner. Ausserdem hätten diese Erfahrungen gezeigt, dass Kunden den Hausservice auch online sehr schätzen.

Wie aber wickelt jemand sein Geschäft ab, der keine elektronischen Geräte mit Internetzugang besitzt? «Für Kunden ohne Smartphone, PC oder Tablet gibt es die Möglichkeit, einen speziellen digitalen Bestellstift zu benutzen. Die Hausservice-Dienstleistungen können auch telefonisch über den Kundendienst bestellt werden», so Werner.

Unnötige Leerfahrten gehören der Vergangenheit an

Das neue System soll aber nicht nur für die Kundinnen und Kunden einfach sein, sondern auch den Pöstlern das Leben vereinfachen, wie Markus Werner erklärt: «Sie werden dadurch entlastet und können unnötige Leerfahrten vermeiden. Bis anhin musste bei jedem Hausbriefkasten überprüft werden, ob ein Servicegeschäft gewünscht ist oder nicht.» Im Reuss- und Bünztal wird die Dienstleistung in den Gemeinden Abtwil, Aristau, Besenbüren, Dietwil, Kallern, Rottenschwil, Uezwil sowie den Dorfteilen Benzenschwil (Merenschwand), Hilfikon (Villmergen) und den Sinser Weilern Aettenschwil, Alikon und Fenkrieden angeboten.

Ein weiteres Plus: Sicherheit für die Kunden

Bequemlichkeit sei aber nicht der einzige Vorteil des Angebots. Ab sofort sei nun nicht mehr sichtbar, in welchem Briefkasten sich Geld oder wichtige Dokumente befinden, betont Werner. Für Kunden, die über den Hausservice Bargeld beziehen, ist das ein Pluspunkt.