Wohlen
Polizei stand Spalier für die FCZ-Fans – die fanden das übertrieben

Beim Cupspiel in Wohlen gegen den FCZ blieben die Zürcher Fans friedlich – nur mit Journalisten und Polizisten hatten sie so ihre Mühe. Zu Krawallen kam es allerdings nicht.

Patrick Züst
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Das letzte verbliebene Bild – Die Kantonspolizei überwacht das Eintreffen der Fussballfans.

Das letzte verbliebene Bild – Die Kantonspolizei überwacht das Eintreffen der Fussballfans.

Patrick Züst

Hunderte FC-Zürich-Anhänger, wie sie mit einem Sonderzug im Wohler Bahnhof einfahren. Wie sie sich auf dem Bahnhofplatz versammeln und in einer Mischung aus Fasnachtsumzug und religiöser Prozession zum Fussballstadion Niedermatten pilgern. Wie sie sich auf den wenigen Grünflächen zwischen Bahnhof und Stadion von dem bereits konsumierten Bier befreien.

Diese Szenen haben imposante, amüsante und sehr gelungene Bilder abgegeben. Wenn sich jedoch ein bulliger Zürcher vor einem doch eher klein gewachsenen Fotografen aufbaut und im Namen des Fanclubs Südkurve fordert, dass sofort alle Fotos gelöscht werden, dann wiedersetzt man sich dieser Forderung nur ungern. Vor allem dann nicht, wenn auch die Erklärung, dass man bewusst nur aus weiter Entfernung fotografiert habe und auf den Fotos auch keine Gesichter zu erkennen seien, nur ein wütendes Schnauben hervorruft. Man wolle das halt nicht, erklärt er, zerrt die Kamera an sich, löscht alle Bilder und zieht dann weiter. Deshalb können wir jetzt an Stelle von Zürcher Fussballfans leider nur Aargauer Polizisten zeigen. Jene reisten am vergangenen Samstagabend nämlich ebenfalls in einem Grossaufgebot nach Wohlen.

FCW-Fan hofft auf Zürcher Sieg

Während der FCZ-Sonderzug am Samstagabend um 17.22 Uhr in Zürich abfährt, ist es beim Stadion Niedermatten noch ruhig. Das Sicherheitspersonal von ACE Security hat sich zu einer letzten Besprechung vor dem Eingang versammelt – die strammen Männer sind an diesem Abend für den Schutz innerhalb des Stadions zuständig. Noch wirken sie entspannt, scherzen, necken einander. Ganz anders sieht es bei den Polizisten der Aargauer Kantonspolizei aus, welche sich gerade auf dem Weg zwischen Bahnhof und Stadion positionieren. Sie sind ausgerüstet mit Schildern und Schutzhelmen, machen bereits vor dem Eintreffen der Fans einen sichtlich angespannten Eindruck. Es sei halt sehr schwer abzuschätzen, wie der Abend verlaufen werde, erklärt ein Polizist aus dem Freiamt: «Obwohl ich eigentlich ein ziemlicher Wohlen-Fan bin, wäre es mir heute lieber, wenn der FCZ gewinnen würde. So gäbe es sicher weniger Gewaltpotenzial.»

Keine Konflikte, keine Krawalle

Die Verantwortung der Polizisten ist hoch, denn der Spruch «Der Cup hat seine eigenen Regeln» mag zwar aus sportlicher Sicht zutreffen, nicht aber aus juristischer Sicht. Bei Personenkontrollen werden bereits am Wohler Bahnhof Menschen festgenommen und abgeführt, den Marsch ins Stadion beobachten die Polizisten genau, ohne aber eingreifen zu müssen. Die Atmosphäre ist verhältnismässig gelassen, nur im Bezug auf Uniformen und Kameras gehen die Emotionen teilweise etwas höher.

Dass es dann schlussendlich zu keinen kritischen Situationen kommt, hat sicher auch mit dem Zürcher Sieg zu tun. Mit dem Resultat scheinen beide Fangruppen einigermassen zufrieden – Aggressionen sind fast keine vorhanden. Als umso übertriebener empfinden deshalb viele Zuschauer die Sicherheitsvorkehrungen der Kantonspolizei, welche den Fussballfans auch auf dem Rückweg wieder Spalier steht. Um die Anhänger separieren zu können, werden die möglichen Laufwege der Fans stark eingeschränkt. Das stört vor allem jene Zuschauer, welche deshalb grosse Umwege in Kauf nehmen müssen.

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