Berikon
Polit-Projekt hat Fahrt aufgenommen

Der erste Workshop der acht Arbeitsgruppen von «Zukunft Mutschellen» warf spannende Fragen auf.

Carmen Frei
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Zügig unterwegs Richtung nahe Zukunft: Berikons Gemeindeammann und Workshop-Gastgeber Stefan Bossard (rechts).

Zügig unterwegs Richtung nahe Zukunft: Berikons Gemeindeammann und Workshop-Gastgeber Stefan Bossard (rechts).

Carmen Frei

Arbeitsstätte war das Beriker Schulhaus Linde. Hier trafen sich die rund 100 Mitwirkenden des Projekts «Zukunft Mutschellen» zum ersten Workshop. Das Dekor mit Delfinpostern, Papiersternen und Kinderzeichnungen schien die Frauen und Männer anzuspornen, sich für die Zukunft der drei Gemeinden am Mutschellen ins Zeugs zu legen. Die Diskussionen gingen über den Fahrplan des gut zweistündigen Workshops hinaus, der für alle acht Themengruppen ähnlich war: «Sich kennenlernen, die Aufgaben sichten, einzelne Punkte auf Chancen und Risiken prüfen.»

«Die Stärken exportieren»

Nach einer Verpflegungspause im Berikerhus präsentierten die Gruppensprecherinnen und -sprecher ihre Analysen im Plenum. Ebenso wurden mit Projektleiter Jean-Claude Kleiner Mängel in der Organisation geklärt oder fehlende Unterlagen zur Entscheidungsfindung eingefordert. Erste praktikable Lösungsansätze auf die anstehenden Fragen wurden geäussert. Die Arbeitsgruppe «Behörden und Verwaltung» skizzierte beispielsweise die mögliche Zusammensetzung eines künftigen Einheitsgemeinderats am Mutschellen. Die Gruppe «Entwicklung, Bau- und Nutzungsordnung, Verkehr» zeigte auf, wie man gemeinsam die Qualität von Wohnen und Arbeiten fördern könnte. Hans Gysel von der Themengruppe «Schulwesen» brachte die Aufbruchstimmung auf den Punkt, indem er forderte: «Es geht letztlich darum, voneinander zu profitieren, indem wir die Stärken der einzelnen Gemeinden quasi exportieren.»

Verstärkungen erwünscht

Über bestehende Gemeindegrenzen hinaus war die Arbeitsgruppe «Kultur, Freizeit, Vereine, Namen, Wappen» unterwegs. Einhellig befand sie, dass die Gemeinde nach einer Fusion selbstverständlich Mutschellen heissen müsste. Vielfältiger hingegen waren die Ideen, wie ein Mutscheller-Wappen aussehen könnte. Dies soll in den nächsten Workshops mit professioneller Unterstützung eines Heraldikers eruiert werden. «Was in unserer Arbeitsgruppe fehlt, ist ein junges Mitglied», merkte Susanne Wild in ihrer Präsentation an. Ebenfalls Verstärkung, und zwar durch einen Mann oder eine Frau aus der Feuerwehr Rudolfstetten-Friedlisberg wünscht sich die Arbeitsgruppe «Werkhof, Kehricht, Feuerwehr». Als Knackpunkte im Hinblick auf ein Zusammengehen der Gemeinden am Mutschellen orteten die Teams «Ortsbürger, Forst, Landwirtschaft, Naturschutz» und «Technische Betriebe» die Werke oder die unterschiedlich dotierten Ortsbürger-Gemeinden. Im Gegensatz zu anderen Kantonen haben im Aargau die Ortsbürger bei einer Gemeindefusion nicht die Möglichkeit, selbstständig zu bleiben, sondern müssen entweder eine gemeinsame Ortsbürger-Gemeinde gründen oder sich in die neue Einwohnergemeinde integrieren.»

Finanzen im Fokus

Zügig durchs Programm kamen am ersten Arbeitsabend die Fachleute von «Finanzen und Liegenschaften». Stark gefordert werden die Finanzversierten im Juni-Workshop. Der Ostschweizer Projektleiter und Betriebswirtschafter Jean-Claude Kleiner kündigte seine umfassende Finanzanalyse der drei beteiligten Gemeinden auf Basis der Abschlüsse 2014 an. Seine Expertise soll Perspektiven aufzeigen, über die dann debattiert werden muss. «Letztlich sind die Finanzen ein Querschnittsthema» betonte Jean-Claude Kleiner. «Deren Beurteilung hängt davon ab, zu welchen Ergebnissen alle anderen Arbeitsgruppen im Verlauf des Prozesses kommen werden.»

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