Dietwil

Poetry-Slam-Meisterschaft: Dieser Aargauer gewinnt den Innerschweizer Titel

Benjamin Flur Koch aus Dietwil ist Innerschweizer U20-Poetry-Slam-Meister.

Benjamin Flur Koch aus Dietwil ist Innerschweizer U20-Poetry-Slam-Meister.

Mit Amani Christen aus Abtwil und dem späteren Sieger Benjamin Flur Koch aus Dietwil kamen gleich zwei Freiämter in den Final der U20-Kategorie.

Ein Aargauer, noch besser ein Freiämter gewinnt die Poetry-Slam-Meisterschaft in Luzern: Benjamin Flur Koch aus Dietwil darf jetzt den Titel «Innerschweizer U20-Poetry-Slam-Meister» tragen, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Mit dabei war auch Amani Christen aus Abtwil. Auch sie kam in den Final.
In der Schlussrunde traten Amani Christen, Marlene Kulowatz und Benjamin Flur Koch gegeneinander an. Christen sprach über Farben und wie sie Menschen beeinflussen, Flur Koch über sein Bett sowie Erzbischöfe und Biber, bevor Kulowatz die Schlussrunde mit einem Text über eine fiktive Philosophieprüfung beendete.

Der Entscheid vom Publikum fiel auf den 17-jährigen Benjamin. Bei seinem Auftritt sprach er in Mundart darüber, dass nach seinem Umzug plötzlich sein Bett verschwunden gewesen sei. Für ihn seien zwei Szenarien in Frage gekommen: Entweder hätte sich ein hungriger Biber über sein Bett hergemacht oder ein Erzbischof den Buss- und Bett(t)-ag zu wörtlich genommen und beim Umzug sein Bett als Spende mitgenommen.

Nach der Siegerehrung sagt Flur Koch, dass der Sieg bei ihm zwiespältige Gefühle hinterlasse. Einerseits wäre es ihm lieber, wenn es gar keinen Gewinner gäbe. Andererseits sei es schon «cool», einen Wettbewerb zu gewinnen. Inspiration für seine Texte sammelt er im Alltag; es gäbe manchmal Situationen, die ihn «hässig» machen würden oder die er «geil» fände. Er ist indes bereits seit zwei Jahren in der Poetry-Slam-Szene aktiv. So gewann der Freiämter bereits im vergangenen Jahr die Innerschweizer U20-Meisterschaft.

Doch weshalb ist ein Aargauer überhaupt an einer Innerschweizer Meisterschaft? Die Szene sei schlicht zu klein, sagt Mit-Organisator Henrik von Dewitz, um nur in der Region zu bleiben. Zudem stamme Benjamin aus Dietwil, also aus dem Freiamt, und gehöre somit praktisch auch zur Zentralschweiz.

Freiämter Slam-Poeten mischen ganz vorne mit

Das Freiamt scheint ein guter Boden für Poetry-Slam zu sein. Vor einem Jahr holte der Villmerger Jeremy Chavez den Titel in der Kategorie der unter 20-Jährigen an den Schweizer Poetry-Slam-Meisterschaften in Luzern. Chavez schreibt sich Dinge von der Seele, die ihn aufregen. In Luzern hatte er Erfolg mit einem Text über Rassismus und Extremismus.

Zu dieser Kunstform ist Chavez an der Kanti Wohlen gekommen, wo Poetry-Slam in der Regel im Deutschunterricht vorkommt. «Ich bin einer, der viel nachdenkt. Das ordne ich alles, indem ich es auf Papier bringe. Und ich erzähle extrem gerne Geschichten.» Sein Slam-Vorbild ist Dominik Muheim – und auch Benjamin Flur Koch.

Poetry-Slam ist eine Kunstform, die in den frühen 80er-Jahren in Chicago ihren Anfang nahm: Menschen präsentieren vor Publikum selbst verfasste Texte in gesprochener Form und in einer Länge von maximal sechs Minuten. (az)

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