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Pneucenter-Chef rät von billigen asiatischen Winterreifen ab

Einen Reifen von guter Qualität für den Kunden und einen lukrativen Preis für die Firma: Das empfiehlt Beat Schmid, Inhaber des Pneucenters Schmitz in Bremgarten, beim Kauf von Winterreifen.

Loredana Di Fronzo
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Beat Schmid, Inhaber vom Pneucenter Schmitz, posiert mitten in den bereits zur Lagerung abgegebenen Sommerreifen. Die Nachfrage ist gross.

Beat Schmid, Inhaber vom Pneucenter Schmitz, posiert mitten in den bereits zur Lagerung abgegebenen Sommerreifen. Die Nachfrage ist gross.

Loredana Di Fronzo

«Autos helfen ein wenig, die Zeit einzusparen, die sie in Anspruch nehmen», sagte einst der deutsche Journalist Wolfram Weidner. Er hat mit dieser Aussage gar nicht mal so unrecht. Der Unterhalt eines Fahrzeuges ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Dazu gehört auch ein besonders Equipment, das jährlich erneut zum Thema wird: der Winterreifen.

Im Allgemeinen müssen Reifen auf der ganzen Lauffläche Profilrillen von mindestens 1,6 mm Tiefe aufweisen. Dies dürfte den meisten noch von der erst kürzlichen oder doch schon etwas länger zurückliegenden Autotheorieprüfung bekannt sein. Was aber gilt es sonst zu beachten? Welches Fabrikat ist besonders hochwertig? Wann müssen die Winterreifen aufgezogen werden? Und ist es überhaupt strafbar, das ganze Jahr mit Sommerreifen herumzutuckern?

Von «O bis O»

Nach Beat Schmid, Inhaber des Pneucenters Schmitz in Bremgarten, soll man ausschliesslich Fabrikate kaufen, die einem geläufig sind. Beispiele dafür seien Marken wie Pirelli, Yokohama, Continental und weitere. Die asiatischen Pneus empfehle er eher nicht weiter. Diese seien zwar billig, doch gleichzeitig kaum von Wert. Auf jeden Fall sollten sich unerfahrene Kunden lieber Ratschläge bei einem Fachbetrieb holen, anstatt auf eigene Faust via Internet zu bestellen. Denn die dort so kostengünstigen Preise sind oft trügerisch.

Obwohl die eigenen Dienstleistungen nicht billig seien, beteuert Schmid, über hohe Qualität zu verfügen: «Ich sage immer: Es braucht ein Paket, das für den Kunden und den Betrieb stimmt. Einen Reifen guter Qualität für den Kunden und einen lukrativen Preis für unsere Firma.»

Ein gebrauchter Reifen sollte bei einem Kauf nicht älter als zwei Jahre alt sein. Auch die Frage, wann die Sommerreifen am besten gegen die Winterreifen ausgetauscht werden sollten, stellt sich oft. Eine eindeutige Antwort kann dazu nicht geliefert werden. Denn ein Zeitraum, in welchem man die Winterreifen aufziehen muss, ist nicht vorgegeben. Handgelenk mal Pi gilt: Von «O bis O», sprich von Oktober bis Ostern.

Reifenlagerung immer beliebter

In letzter Zeit wird die Nachfrage an Reifenlagerung zunehmend grösser, was damit zu tun hat, dass die Leute immer bequemer werden. Die schweren Reifen zweimal im Jahr von A nach B zu transportieren, wird für viele zur mühsamen Routine. Besonders für ältere Menschen, welche das Schleppen schwerer Gegenstände nicht mehr zu bewältigen vermögen, bringt der Transport eine ungünstige Belastung mit sich. Bei der Lagerung von Reifen handelt es sich demnach um eine hilfreiche, praktische Option. Deshalb bieten mehr und mehr Pneuhäuser ihrer Kundschaft diese Möglichkeit auch an.

Wer beschliesst, seine Sommerreifen gleichwohl zu Hause zu lagern, sollte diese laut Schmid in einer trockenen, dunklen und nicht zu warmen Räumlichkeit unterbringen. Optimal ist es, die Reifen auf den Felgen auf einer Palette liegend übereinander zu stapeln und abzudecken. Um Druckstellen zu vermeiden, können die Reifen auch am Felgenloch aufgehängt werden. Wer es ganz genau nehmen will, kann sich vor dem Abmontieren die Position am Auto auf den Reifen notieren. Dieses Vorgehen erleichtert die anstehende Montage im Frühling.

Winterreifen sind keine Pflicht

Aber ganz ehrlich: Sind die Winterreifen wirklich so wichtig? «Es ist vergleichbar mit den menschlichen Füssen», erklärt Schmid, «Wir würden im Winter wohl keine Sandaletten tragen. Genauso ist es auch bei den Autos.» Winterpneus verfügen über eine weichere Gummimischung, sodass sie bei dem kalten Wetter besser greifen. In der Schweiz sind sie aber grundsätzlich nicht Pflicht.

Die Winterreifen werden lediglich bei entsprechenden Strassen- und Witterungsbedingungen empfohlen. Sollte es unter diesen Bedingungen zu einem Unfall kommen, haftet der Lenker mit den Sommerreifen lediglich versicherungstechnisch erheblich mit. Autolenker, die mit ihren Sommerreifen auf den verschneiten Strassen den Verkehr behindern, können von der Polizei nicht gebüsst werden.

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