Merenschwand
Platz für Fahrende beim Kreisel Benzenschwil geplant

Gegenüber der Firma Klausner Metallbau AG soll bis 2015 ein Durchgangsplatz für Fahrende entstehen. Auf einer Fläche von rund 2500 Quadratmetern sind Plätze für 10 bis 15 Wohnwagen und ein Sanitärgebäude geplant.

Fabian Hägler
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Ähnlich wie hier im Schachen Aarau könnte ein künftiger Durchgangsplatz für Fahrende in Benzenschwil aussehen. MANUEL BÜHLMANN/Archiv

Ähnlich wie hier im Schachen Aarau könnte ein künftiger Durchgangsplatz für Fahrende in Benzenschwil aussehen. MANUEL BÜHLMANN/Archiv

Dass im Freiamt ein Durchgangsplatz für Fahrende geschaffen werden soll, steht seit März 2010 im kantonalen Richtplan. Wo dieser Platz genau geplant ist, war bisher aber offen.

Recherchen der Aargauer Zeitung zeigen nun: Vorgesehen ist ein Landstück südlich des Kreisels Benzenschwil, das gegenüber der Klausner Metallbau AG liegt.

«Wir haben in den letzten Jahren mit diversen Gemeinden im Freiamt gesprochen, dabei hat sich dieser Standort als beste Möglichkeit herausgestellt», erklärt Jörg Hartmann, Leiter der Fachstelle Fahrende im kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt.

Einer der zahlreichen Vorteile: Das Areal, das in südlicher Fahrtrichtung rechts der Strasse liegt, gehört dem Kanton. Hier soll ein Durchgangsplatz mit einer Fläche von 2000 bis 2500 Quadratmetern entstehen, der 10 bis 15 Plätze für Wohnwagen bietet. «Dafür wären sicher Terrainveränderungen nötig, zudem ist auch ein Sanitärgebäude vorgesehen», führt Hartmann aus.

Projekt noch im Anfangsstadium

Das Projekt steht aber erst ganz am Anfang, wie der Fachstellenleiter betont. «Wir haben dem Gemeinderat Merenschwand unser Vorhaben dargelegt und ihn gebeten, dazu Stellung zu nehmen, ob wir ein Mitwirkungs- und Anhörungsverfahren starten können», führt er aus.

Urs Alt, Gemeindeschreiber von Merenschwand, bestätigt: «Es handelt sich um ein laufendes Verfahren, der Gemeinderat wird die Anfrage aus Aarau behandeln und beantworten.» Alt ergänzt, schon 2009 habe die kantonale Fachstelle Fahrende mit den Gemeinderäten von Merenschwand und Benzenschwil über einen möglichen Durchgangsplatz gesprochen.

Breite Anhörung geplant

Jörg Hartmann betont: «Wenn der Gemeinderat uns grünes Licht dafür gibt, werden wir ein breites Anhörungsverfahren starten, in dem sich Organisationen, Parteien und andere Interessierte äussern können.»

Dieses Verfahren könnte Anfang 2013 starten und soll drei Monate dauern. «Wir sind nicht unter Zeitdruck, und es ist wichtig, dass alle Beteiligten ihre Meinung einbringen», sagt Hartmann.

Bei einem positiven Ausgang könnte der Grosse Rat laut dem Fachstellenleiter im Sommer 2013 über die Festsetzung des Durchgangsplatzes im Richtplan entscheiden. Als zweiter Schritt würde ein Nutzungsplanverfahren folgen.

«Das Gebiet liegt heute in der Landwirtschaftszone und müsste einer Spezialzone zugeteilt werden», erläutert Hartmann. Für das nötige Umzonungs-verfahren rechnet er mit einem Zeitbedarf von rund einem Jahr. «Wenn es im folgenden Baubewilligungsverfahren keine Einsprachen gibt, wäre eine Realisierung im Jahr 2015 denkbar», blickt Hartmann voraus.

Nur für Schweizer Fahrende

Der geplante Durchgangsplatz im Freiamt ist gemäss dem Fachstellenleiter ausschliesslich für Schweizer Fahrende vorgesehen. Zudem würde er – im Gegensatz zu einem Standplatz – nicht ständig benutzt.

«Ein Durchgangsplatz ist ein Standort für den kurzfristigen Aufenthalt bis zu einem Monat, insbesondere während der Reisezeit von Frühling bis Herbst», steht im Konzept Fahrende des Kantons Aargau.

«Der Platz in Benzenschwil wäre vergleichbar mit jenem im Schachen Aarau, der kürzlich saniert wurde», sagt Hartmann. Er hält fest, dass die Betreiber dieses Platzes, wie auch jene in Windisch, Zofingen oder Spreitenbach (ganzjährig benutzter Standplatz), «durchwegs gute Erfahrungen mit Schweizer Fahrenden machen.»

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