Sins
Platz für 500 zusätzliche Einwohner bis 2024

Mit der Einzonung von rund 8,3 Hektaren schafft die Gemeinde den nötigen Raum für das künftige Wachstum. Die detaillierten Pläne für die Gesamtrevision der Nutzungsplanung liegen derzeit auf.

Fabian Hägler
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Bis ins Jahr 2024 sollen die Bauzonen in Sins so erweitert werden, dass sie 4700 Einwohnern Platz bieten.

Bis ins Jahr 2024 sollen die Bauzonen in Sins so erweitert werden, dass sie 4700 Einwohnern Platz bieten.

fh

Heute sind 93 Prozent des Baulands in Sins überbaut - diese Fläche bietet Raum für 4200 Einwohner. Bis zum Jahr 2024 sollen in der Oberfreiämter Zentrumsgemeinde weitere 8,3 Hektaren Bauland eingezont werden. Die Bevölkerungszahl könnte damit um 500 Einwohner wachsen. Die nun aufliegenden Entwürfe zur Gesamtrevision der Nutzungsplanung zeigen auf, wo Sins künftig wachsen will.

Die vorgesehenen Neueinzonungen umfassen im Wesentlichen die Schliessung der Lücke zwischen der Überbauung Freudenberg und dem Sinser Oberdorf. «Aufgrund der gewachsenen Siedlungsstruktur ist es planerisch nachvollziehbar und begründet, eine mittel- bis langfristige Baugebietsentwicklung in diesem Bereich anzustreben», schreibt der Gemeinderat. Dort wird eine 4,1 Hektaren grosse Wohnzone für zweistöckige Bauten mit Gestaltungsplanpflicht ausgeschieden.

Die übrigen geplanten Einzonungen beschränken sich auf die Schaffung neuer Zonen für öffentliche Bauten und Anlagen (0,7 Hektaren im Aettenbühl, 1,2 Hektaren in der Brudermatt, 0,5 Hektaren im Gebiet Aesch/Dorfmatt. Damit sollen künf-tige Gemeindebedürfnisse gedeckt werden. Schliesslich ist die Erweiterung der Gewerbezone Schürmatt um 1,4 Hektaren vorgesehen.

Entwicklung primär in Sins selber

Der Vorprüfungsbericht des Kantons hält fest, dass sich die künftige Entwicklung der Gemeinde «im Einklang mit den kantonalen, regionalen und kommunalen Konzepten auf den Dorfteil Sins konzentriert». Die Aussendörfer sollen als traditionelle Kleinsiedlungen erhalten und aufgewertet werden. Laut der Mitteilung des Gemeinderats sind in Oberalikon, Aettenschwil und Fenkrieden denn auch nur kleinere Einzonungen vorgesehen. Im kantonalen Richtplan ist Sins als ländliches Zentrum und wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt von regionaler Bedeutung im Oberfreiamt definiert.

Planung für 15 bis 20 Jahre

Die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland stellt ein Planungsverfahren dar, das nach dem Gemeindeversammlungsbeschluss 2008 gestartet worden ist. Begleitet vom Planungsbüro Metron in Brugg, umfasst das Werk im Wesentlichen den Bauzonen- und Kulturlandplan sowie die neue Bau- und Nutzungsordnung.

Verschiedene ergänzende Unterlagen wie Planungsbericht, räumliches Gesamtkonzept, Verkehrsrichtplan, Plandarstellungen mit Einwohnerdichten und Stand der Erschliessung, sowie diverse formelle Änderungspläne und Gegenüberstellungen vervollständigen das Gesamtwerk. Der aktuelle Planungsschritt umfasst laut Mitteilung des Gemeinderats einen Zeithorizont von 15 bis 20 Jahren.

Die heute noch rechtskräftige Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland wurde im Jahr 1996 genehmigt. In der Zwischenzeit erfolgten mehrere Anpassungen, aber keine neue Gesamtbetrachtung. Die Revision der Nutzungsplanung im Gebiet Reuss-egg erfolgt in einem separaten Verfahren, das mit der laufenden modernen Melioration koordiniert ist.

Bevölkerung immer integriert

Die lokale Bevölkerung wurde im laufenden Verfahren in mehreren Schritten einbezogen. Nach einem Workshop zur generellen Siedlungsentwicklung und im offiziellen Mitwirkungsverfahren wurde die Grundhaltung der Bevölkerung ins Verfahren integriert. Der heutige Stand der Planung berücksichtigt darüber hinaus auch regionale Vorgaben wie das Regionale Entwicklungskonzept (REK) und das Landschaftsentwicklungsprogramm Oberes Freiamt (LEP).

Neben den Bauzonen sind auch die Bereiche Natur, Landwirtschaft, Wald, Landschaft und Erholung im ganzen Verfahren flächendeckend aufgearbeitet und berücksichtigt worden. Die Auswirkungen der Planung sind in die neue Bau- und Nutzungsordnung (BNO) eingeflossen.
Nutzungsplanrevision: Die Entwürfe mit Erläuterungen und der Vorprüfungsbericht liegen vom 4. März bis 2. April bei der Gemeindeverwaltung Sins auf und können während der Bürozeit eingesehen werden. Für weitere Auskünfte steht die Gemeindekanzlei unter der Telefonnummer 041 789 70 10 zur Verfügung.

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