Muri
Platz für 10 000 Einwohner – mutiert Muri bald zur Stadt?

Das Klosterdorf hat urbane Züge. Zu diesem Schluss kommt die «Schweizer Gemeinde», das Informationsorgan des Schweizerischen Gemeindeverbandes.

Eddy Schambron
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Das Klosterdorf Muri vom Rebberg aus gesehen.

Das Klosterdorf Muri vom Rebberg aus gesehen.

ES

Muri wird in zehn Jahren 8500 Einwohner haben, rund 1000 mehr als heute. Die noch nicht überbauten Wohnzonen ermöglichen theoretisch eine Bevölkerung von gegen 10 000 Einwohnern. So steht es in der neusten Ausgabe von «Schweizer Gemeinde», welche das Klosterdorf porträtiert.

Der Gemeinderat versuche, das Wachstum etwas zu steuern, erklärt Gemeindepräsident Hampi Budmiger. Aber schliesslich entscheide der Markt. Die grossen Baustellen würden zeigen, dass die Nachfrage derzeit zunimmt. «Wir drücken nicht aktiv aus Tempo. Wir haben aber auch kaum Möglichkeiten, zu bremsen, wenn Private entscheiden, vorhandenes Bauland zu überbauen.» Mit der Revision der Bau- und Nutzungsordnung und des Zonenplans wolle der Gemeinderat «die Prioritäten überdenken, diskutieren und neu setzen». Die Frage rund um die Grösse und um das Wachstum der Gemeinde würde nämlich die Leute derzeit sehr beschäftigen.

Sorgen bereiten dem Gemeinderat die extrem steigenden Sozialkosten. Sowohl die Zahl der Fälle als auch die gesamten Kosten würden stark zunehmen. Was Budmiger besonders zu denken gibt ist die Tatsache, «dass wir eine solche Zunahme in einer Zeit der Vollbeschäftigung haben.» Man müsse sich fragen, wohin sich eine Gesellschaft entwickle, wenn fast 10 Prozent der Bevölkerung nicht selbstständig leben könne. Budmiger ist auch in diesem Zusammenhang davon überzeugt, dass Muri in den kommenden Jahren nicht darum herumkommt, über den Steuerfuss zu diskutieren.

Die Zusammenarbeit mit den umliegenden kleineren Gemeinden funktioniere sehr gut. Fusionen seien aber kein Thema. Man sei offen für Kooperationen, die Initiative gehe aber sicher nicht von Muri aus.

Der 38-jährige parteilose Budmiger verkörpert übrigens laut «Schweizer Gemeinde» seine Gemeinde ideal: «ländlich und bodenständig und mit gewissen urbanen Zügen».