Widen
Planungsinstrumente nach 3 ½ Stunden genehmigt

Die ausserordentliche «Gmeind» heisst Gesamtwerk gut und lehnt Rebberg-Einzonung ab. Ausserordentliche Gemeindeversammlungen haben in Widen Seltenheitswert. 1988 fand die letzte «Ausserordentliche» in der Mutschellengemeinde statt.

Lukas Schumacher
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Gmeind in Widen

Gmeind in Widen

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Die Mehrzweckhalle Widen war gut gefüllt. 309 der 2584 Stimmberechtigten besuchten die ausserordentliche «Gmeind» zur umfassenden Erneuerung der Nutzungsplanung. Ausserordentliche Gemeindeversammlungen haben in Widen Seltenheitswert. 1988 fand die letzte «Ausserordentliche» in der Mutschellengemeinde statt. Sie betraf den Bau des heutigen Gemeindehauses Widen.

3 1⁄2 Stunden und 4 1⁄2 Jahre

Die aktuelle «Ausserordentliche» galt der Entwicklung Widens für die nächsten 15 Jahre. Ein Hauptziel: Widens Einwohnerzahl, die in den letzten Jahren zurückging, soll wieder steigen. Erwünscht sind 4000 Einwohner, rund 500 mehr als heute.

In der Mehrzweckhalle wurde sehr ausführlich informiert und gleichermassen lebhaft wie kultiviert debattiert. Nach 3 1⁄2 Stunden war die Gesamtrevision Nutzungsplanung Siedlung und Kultur unter Dach und Fach. In der Schlussabstimmung kam das Gesamtwerk bei 230 Ja gegen 44 Nein deutlich durch. Erleichtert und erfreut nahmen Planungskommission, Gemeinderat, Raumplanerin Barbara Gloor und Raumplaner Daniel Baeriswyl vom Büro Metron das Abstimmungsergebnis zur Kenntnis. Verständlich, nach 4 1⁄2 Jahren Arbeit seit dem Startschuss zur Überarbeitung der Planungsinstrumente.

Rebberg bleibt Landwirtschaftsland

Neun Rückweisungs- oder Änderungsbegehren von Versammlungsteilnehmern gelangten im Verlauf der Versammlung zur Abstimmung. Zwei dieser neun Anträge fanden Zustimmung. Bei 171 Ja gegen 94 Nein beschloss die Versammlung, auf die geplant gewesene Einzonung von 1,5 Hektaren Land im Rebberg-Gebiet zu verzichten; Ueli Hartmann und Brigitte Fischer hatten die Nichteinzonung beantragt. Der zweite Antrag, der durchkam, betrifft die Wohnzone W1. Die Ausnützungsziffer in dieser eingeschossigen Einfamilienhauszone wurde leicht erhöht, sie beträgt fortan 0,40 statt 0,38.

Brigitte Fischer und Konrad Siegrist schlugen vor, auch auf die Neueinzonung beim «Heinrütirank» zu verzichten. Die Mehrheit der Versammlungsteilnehmer war aber anderer Ansicht. Bei 168 Nein gegen 101 Ja wurde der Rückweisungsantrag abgelehnt. Die 1,3 Hektaren in der Heinrüti-Kurve werden demnach der Wohn- und Gewerbezone (WG2) zugeschlagen. Im Weiteren scheiterten Anträge aus der Versammlungsmitte gegen geplante Aufzonungen/Verdichtungen in bestehenden Bauzonen der Gebiete Kelleräcker und Rüti.