Freiamt

Plakatstreit: Presserat weist Beschwerde gegen die az vollumfänglich ab

Viel zu nahe an der Strasse: Bruno Bühler misst den Abstand eines BDP-Plakats in Rudolfstetten. fh

Wildplakatierung; Der Presserat hat Bühlers Beschwerde vollumfänglich abgewiesen.

Viel zu nahe an der Strasse: Bruno Bühler misst den Abstand eines BDP-Plakats in Rudolfstetten. fh

Die az hat korrekt über wahlwerbung-aargau.ch berichtet, wo Bruno Bühler Plakatsünder anprangerte. Der Presserat hat Bühlers Beschwerde vollumfänglich abgewiesen.

Im Vorfeld der nationalen Wahlen vor einem Jahr machte Bruno Bühler auf wahlwerbung-aargau.ch die Verstösse von Politikern gegen Plakatierungsvorschriften publik. Der Zufiker betrieb die Seite gemeinsam mit Peter Wäger aus Wohlen, der die technischen Grundlag en lieferte.

Beschwerde beim Presserat

Die az Aargauer Zeitung berichtete über wahlwerbung-aargau.ch und kommentierte Bühlers Bemühungen auch. Bühler reichte darauf beim Schweizer Presserat eine Beschwerde ein. Er störte sich insbesondere daran, dass die az ihn als «Plakatjäger» und «scheinheiligen Saubermann» bezeichnete. Überdies behauptete er, der Titel «Plakatsünder gejagt, Beiträge gefälscht», sei ehrverletzend und falsch.

Im kritisierten Artikel hatte die az dargelegt, dass Bühler eigene Beiträge als Leserreaktionen auf wahlwerbung-aargau.ch publizierte. Bühler kritisierte, er habe keine Gelegenheit gehabt, sich zu den Vorwürfen zu äussern. Und er störte sich daran, dass seine Sicht der Dinge am Folgetag nur in einer Regionalausgabe erschien.

Presserat gibt az vollständig Recht

Nun hat der Schweizer Presserat die Beschwerde von Bruno Bühler vollumfänglich abgewiesen. In seinem Urteil hält er fest, Bezeichnungen wie «streitbarer Mensch», «pedantisch, kleinlich», «Plakatjäger» oder «scheinheiliger Saubermann» bewegten sich im Rahmen der Kommentarfreiheit.

Laut dem Presserat musste die az Bühler nicht mit dem Vorwurf konfrontieren, er habe Leserbeiträge auf seiner Seite gefälscht. Dies wäre empfehlenswert, aber nicht zwingend gewesen. Der Presserat folgte der Argumentation der az-Redaktion. Diese hatte die Vorwürfe als nicht schwerwiegend bezeichnet, weshalb eine Anhörung Bühlers nicht nötig gewesen sei.

Auch die Publikation von Bühlers Stellungnahme nur in der az Freiamt ist laut dem Presserat zulässig - eine Veröffentlichung in allen Regionalausgaben aber empfehlenswert. Insgesamt hält der Presserat fest, die az habe bei der Berichterstattung über wahlwerbung-aargau.ch nicht gegen die Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalisten verstossen. (az)

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