Oberrüti
Pius gegen Pius: Hofstetter will wieder Frieden im Dorf herstellen

Zwei Pius steigen ins Rennen um den frei werdenden Gemeinderatssitz in Oberrüti. Neben Pius Lischer stellt sich nun auch Pius Hofstetter zur Verfügung.

Eddy Schambron
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Pius Hofstetter kandidiert. ES

Pius Hofstetter kandidiert. ES

Pius Hofstetter, der zweite Kandidat für die Gemeinderatsersatzwahl in Oberrüti am 3. März, trifft keine leichte Situation an. Wegen der erteilten Baubewilligung an die Vanoli AG für einen Werkhof mit Betonwerk hat sich im Dorf eine starke Opposition gebildet; das Dorf scheint in zwei Lager geteilt. In diesem Zusammenhang muss auch die Ersatzwahl gesehen werden, denn Gemeinderat Flurin Farrer hat genau wegen dieser Differenzen das Handtuch geworfen.

Jetzt schlägt das überparteiliche Wahlkomitee Hofstetter, selber Gegner des Betonwerks, als Nachfolger vor. Ebenfalls kandidiert Pius Lischer, dem aber wenig Chancen auf einen Wahlerfolg eingeräumt werden.

Hofstetter ist zuversichtlich

«Ich bin mir der besonderen Situation bewusst», sagt der 49-jährige gelernte Metzger und heute Abteilungsleiter in Kriens. Er lebt mit seiner Frau Doris und den vier Kindern Nadia, Lukas, Stefanie und Carmen seit acht Jahren in Oberrüti. «Aber ich werde unverkrampft im Gemeinderat mitarbeiten, wenn ich gewählt werde.»

In der Sache selber hat der ursprüngliche Entlebucher, der seine politische Heimat bei der SVP ansiedelt, eine klare Haltung gegen das Werk. «Ich werde meinen Standpunkt auch in Zukunft vertreten.» Aber jetzt müssten zuerst die Juristen ihre Arbeit machen. Ein wesentliches Ziel müsse sein, im Dorf den Frieden wieder herzustellen. «Ich bin positiv eingestellt und überzeugt, dass das wieder gut kommt.»

Er hat das Dorf lieben gelernt

Erfahrung in öffentlichen Ämtern hat Hofstetter in Oberägeri gesammelt. Dort war er acht Jahre in der Kulturkommission und zweieinhalb Jahre im Pfarreirat. Zudem engagierte er sich in der Feuerwehr. Letzteres tat er auch in Oberrüti. «Eigentlich wollte ich keine öffentlichen Ämter mehr annehmen, aber als die für mich überraschende Anfrage kam, entschied ich nach einer Bedenkzeit doch anders» lacht er.

Ein Grund ist, dass er das Dorf lieben gelernt hat. «Es ist ein kleines, überschaubares Dorf in einem schönen Gebiet, verkehrstechnisch gut erschlossen und es besitzt sogar einen Bahnhof.» Mit einer allfälligen Wahl wird er etwas weniger Zeit für seine Hobbys – Familie, Skifahren, Natur und Geselligkeit – haben. «Aber das ist mit der Familie abgesprochen, sie steht hinter mir», betont Hofstetter.

Eine gemeinsame Wahlkampagne, wie sie ihm Pius Lischer vorgeschlagen hatte, lehnte er ab. «Jeder soll sich den Wählerinnen und Wählern stellen, wie er will. Einfach fair muss es sein.» Oberrüti habe jetzt auf jeden Fall eine Auswahl.

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