Muri
Pflegi Muri: So meistern Bewohner und Angestellte die Herausforderung des Zügelns

Grosser Zügeltag der Pflegi Muri in diesem Monat: Mit dem Bezug des Neubaus Löwen mit seinen 56 Betten ändert sich für viele Bewohnerinnen und Bewohner die nähere Umgebung.

Eddy Schambron
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Im neuen Gebäude der Pflegi Muri stehen 56 Betten zur Verfügung.

Im neuen Gebäude der Pflegi Muri stehen 56 Betten zur Verfügung.

Eddy Schambron

«Sie verlassen ihren bisherigen räumlichen Rahmen und müssen sich in einem neuen wieder zurechtfinden. Keine leichte Aufgabe», weiss Irene Villiger, Leiterin Sozialberatung. Entsprechend wurde und wird viel Zeit aufgewendet, um die Bewohnerinnen und Bewohner auf den Umzug vorzubereiten. «Ängste spielen sicher mit, aber ebenso Vorfreude auf die neuen Zimmer, wie wir feststellen», sagt Villiger, die in den letzten Tagen Klienten einzeln ihre neuen Zimmer gezeigt hat. «Es ist jetzt im Gespräch mit den Leuten auf jeden Fall viel Einfühlungsvermögen gefordert.» Die Angehörigen wurden umfassend informiert, einerseits schriftlich, andererseits gab es im März eine eigene Informationsveranstaltung.

Fabienne Sulser ist Leiterin der Wohngruppe C, welche gesamthaft in den «Löwen» zieht, inklusive der zwei Hauskatzen. «Wir sind glücklich, dass die ganze Wohngruppe geschlossen wechseln kann, das erleichtert den Umzug für die Bewohnerinnen und Bewohner», erklärt sie. Die kommende Veränderung wird als Thema im alltäglichen Gespräch eingebaut. «Wir sind uns bewusst, dass die Leute sozusagen ihr jetziges Daheim verlassen. Wir setzen alles daran, dass es die neuen Räumlichkeiten möglichst schnell wieder werden.» Dazu gehöre selbstverständlich, dass die vertrauten Bilder und Fotos aus den bisherigen Zimmern in die neue Unterkunft mitwandern. «Am Tagesablauf ändern wir nichts, die Bewohnerinnen und Bewohner können weiterhin ihre Gewohnheiten pflegen.»

Viel Vorfreude: Irene Villiger, Leiterin Sozialberatung (links), und Fabienne Sulser, Leiterin Wohngruppe C, im «Löwen».

Viel Vorfreude: Irene Villiger, Leiterin Sozialberatung (links), und Fabienne Sulser, Leiterin Wohngruppe C, im «Löwen».

Eddy Schambron

Wirkende Vorfreude

Das Personal freut sich auf jeden Fall auf die neuen Räume. Sie sind grosszügiger, die Nassräume mit dem Rollstuhl einfacher zu befahren, zur Stube gibt es eine grosse, gedeckte Terrasse, die Lebensqualität insgesamt steige. «Die Vorfreude bei uns ist gross», unterstreicht Sulser, «und das strahlen wir auch aus.» Sie ist überzeugt, dass sich dies auf die Betreuten überträgt. Der Wechsel wird zudem nicht sang- und klanglos über die Bühne gehen, wie Villiger und Sulser betonen. Es wird im alten Haus einen Abschiedsapéro geben und nach erfolgtem Wechsel eine offizielle Begrüssung am neuen Wohnort.

Am Zügeltag selber werden die Bewohner im Singisensaal des Restaurants Benedikt betreut, während die Möbel und ihre Gegenstände in den Löwen gebracht werden. «Wir haben entsprechend viel Personal eingeplant», sagt Sulser. «Leute vom Zivilschutz helfen dabei, ebenso das Team der Aktivierung», wie Villiger ergänzt. Schliesslich geht es als Wohngruppe geschlossen ins neue Haus, wo sich jeder Einzelne wieder in seinem Zimmer «einnisten» kann, wie sich Sulser ausdrückt. Dabei werden sicher auch Angehörige der Bewohnerinnen und Bewohner mithelfen. In der Anfangszeit wird auf der Wohngruppe schliesslich ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner in der neuen Umgebung schnell zurechtfinden.

Am Sonntag, 19. August, wird der Löwen im Rahmen des Gartenfestes – übrigens das 50. – eingeweiht. Um 10.30 Uhr ist die Schlüsselübergabe und Segnung mit Musik der Freudenberger Blaskapelle und Mittagessen im Chapiteau. Die öffentliche Einweihung des dann fertig abgeschlossenen Neubaus erfolgt schliesslich am 3. November im Rahmen des Pflegi-Basars.

Umbau und Anpassungen

Nach einer Umbauphase im Osttrakt der Pflegi, bei der unter anderem Zweier- in Einerzimmer unterteilt werden, wird es zu weiteren Zügeltagen kommen. Die Bewohner des Pavillons werden dann in diesem Teil untergebracht. «Das wird eine zusätzliche Herausforderung sein, weil sich diese an eine gewisse Autonomie gewöhnt haben und nun wieder in starrere Strukturen kommen», meint Villiger. Aber sie ist zuversichtlich, dass das gut gelingen wird. «In der Pflegi hat man ja in den letzten Jahrzehnten eine gewisse Erfahrung mit Zügeln gewonnen», lacht sie. Insgesamt wird für die Züglete mit einem Zeitraum von rund einem Monat gerechnet. «Wir machen nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt».

Mehr Informationen finden Sie unter www.pflegimuri.ch