Wohlen
Pferde und Reiter brachten trotz Hitze gute Leistungen

Bei Höchsttemperaturen fanden die 47. Pferdesporttage in Wohlen statt. Dank viel Wasser blieben Mensch und Tier gesund. «Denn ein allfälliger Hitzeschlag könnte für die Pferde tödlich verlaufen», so die Tierärztin.

Lisa Stutz
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An den Pferdesporttagen war die Hitze kein Hindernis. Lisa Stutz

An den Pferdesporttagen war die Hitze kein Hindernis. Lisa Stutz

Bei brütender Hitze galoppierten die Pferde von Hürde zu Hürde. Doch ist Sport bei rund 36 Grad nicht gefährlich für Tier und Reiter?

Fabienne Künzli, Tierärztin und Vereinspräsidentin des Kavallerievereins Bünztal, klärte auf: «Für die Pferde ist die Hitze eine grosse Belastung wie für die Reiter auch. Bei diesen Temperaturen muss man sehr vorsichtig sein.»

Das heisst, dass die Pferde an der 47. Wohler Springkonkurrenz immer genügend Wasser zu trinken haben mussten, und auch regelmässig mit kaltem Wasser abgeduscht werden sollten. «Aber auch die Reiter selbst müssen genügend Wasser trinken», so Künzli.

Sie freute es besonders zu spüren, wie die Reiter sensibilisiert waren. «Sie wissen, wie gefährlich die Situation für die Pferde ist. Sie sind ums Wohl der Pferde besorgt, niemand will um jeden Preis gewinnen.»

Da sich die Tierärztin vor allem im Vorfeld des Anlasses wegen der Hitze Sorgen gemacht hatte, habe sie vorsichtshalber Infusionen für die Pferde eingepackt. «Ein allfälliger Hitzeschlag könnte tödlich verlaufen», so die Lenzburgerin.

Das Verschieben oder gar Absagen des Anlasses aufgrund der Hitze habe man nie in Betracht gezogen, erklärte der OK-Präsident Ueli Brunner. «Wir haben vielmehr alles darangesetzt, dass wir Reiter und Gäste kühl halten können.»

Speziell behandelt wurde der Rasen, sodass die Pferde auf idealem Terrain springen konnten: «Es mussten einige Bewässerungsschichten eingelegt werden. Dadurch ist das Gras jetzt saftig grün und nicht hart und trocken.»

Einzig der Streichelzoo hielt den hohen Temperaturen nicht stand: «Für die Geissen war es schon am Freitag viel zu heiss, sodass der Streichelzoo wieder abziehen musste», bedauerte Brunner.

«Ich reite das Pferd nicht so lange warm wie normalerweise», verriet die 21-jährige Reiterin Olga Kuck ihren Trick gegen die Hitze. «Ich schaue, dass die wichtigsten Funktionen zwischen mir und dem Pferd passen, ohne dass es sich schon vor der Prüfung anstrengen muss.»

Pferd muss mitmachen

Die Hauptsache sei, das Pferd zu schonen. «Denn wenn das Pferd nicht mitmacht, bist du verloren», sagte sie. Für Kuck sei es das Schönste, wenn sie merke, dass das Pferd trotz der Hitze bei der Sache sei und für eine gute Leistung kämpfe.

Neben dem Bestaunen der Springpferde in Action gab es für die zahlreich erschienenen Besucher noch weitere Höhepunkte. Das Ponyreiten, die traditionelle Küche, die Cüpli-Bar und die Abendunterhaltungen gehörten dazu.

Speziell war vor allem das Knock-out-Springen am Samstagabend, das nur bei idealen Wetterbedingungen stattfinden kann. «Wir wünschen uns für das nächste Jahr genau das gleiche Wetter, nur mit ein paar Grad weniger», sagte Brunner und schmunzelt.