Was Pferde angeht, ist Heidi Fischer Heck vom Zucht- und Aufzuchtbetrieb Flurweid in Boswil kompromisslos: Bei ihr erhalten Fohlen eine umfassende Ausbildung zum Reitpferd und werden nicht frühzeitig von der Mutter getrennt.

Sie, die sich ganz den Freiberger Pferden verschrieben hat, macht nun am Samstag ab 9.30 Uhr mit einem Demonstrationstag Pferdebesitzer und -liebhaber auf das von ihr vertretene natürliche Pferdetraining aufmerksam – mit niemand Geringerem als Alfonso Aguilar, einem Pionier im natürlichen Pferdetraining, und mit Joe Gisler von der Wikinger-Ranch in Werd-Rottenschwil. Letzterer zeigt, wie er Pferde unter dem Sattel aus- und weiterbildet, ohne sie zu überfordern.

Gegen schlechte Ausbildung

Freiberger «sind intelligent, sehr vielseitig und interessiert», sagt Fischer Heck, ehemalige Buchhalterin und Absolventin des Lehrgangs Equigarde des Schweizerischen Nationalgestüts in Avenches. Ein Problem sieht sie allerdings in der traditionellen Aufzucht der Tiere: «Sie werden schlecht ausgebildet.»

Diesem Umstand setzt sie auf dem Zucht- und Aufzuchtbetrieb Flurweid in Boswil, den sie seit drei Jahren mit ihrem Mann Karl-Martin Heck, eidgenössisch diplomierter Tierpfleger, führt, einen Gegenpunkt. «Das Pferd soll verstehen, was es lernt, und nicht einfach nur gehorchen. Wir investieren deshalb viel in die Erziehung und Ausbildung unserer jungen Freiberger.»

Verkauft werden sie erst, wenn sie ihre Aufgabe als zuverlässiges Freizeitpferd erfüllen. Die Jungtiere werden nicht mit sechs Monaten abgesetzt und von der Mutter getrennt, sondern bleiben wie in der Natur bei der Mutter in der Herde. Vor der Geburt des nächsten Fohlens setzt die Stute ihr Junges dann natürlich ab. Fischer Heck zieht zum Vergleich die Erziehung eines Kindes heran. «Diese geht auch nicht auf die Schnelle, sondern im optimalen Fall immer altersgerecht und in Begleitung eines Erwachsenen.»

Geld verdienen die beiden Pferdeliebhaber mit ihren Tieren noch nicht. Einerseits sind sie erst jetzt so weit, um in den Verkauf zu kommen, andererseits werden sie nur an einen «Lebensplatz» abgegeben und sind teurer «als ab Feldtest», wie sich Fischer Heck ausdrückt.

Einen dreijährigen Freiberger erhält man ab etwa 6500 Franken, bei ihr kostet das Tier über 10 000 Franken. «Dafür wurde es anständig aufgezogen und hat eine sehr gute Ausbildung genossen.»

Mit dem Demonstrationstag «Vom Fohlen zum Reitpferd» will Heidi Fischer Heck nicht nur Reiterinnen und Reiter ansprechen, sondern alle Pferdeliebhaber. «Sie werden von den eindrücklichen Demonstrationen von Alfonso Aguila und Joe Gisler begeistert sein», verspricht sie.