Serie Lieblingsplätze
Peter Füglistaler erzählt, was der Erdmannlistein mit seiner Familie zu tun hat

Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr, hat eine starke Beziehung zum Erdmannlistein. Zu seinem Lieblingsplatz in Wohlen kehrt er deswegen immer wieder gerne zurück, obwohl sein Leben heute in Bern spielt.

Toni Widmer
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BAV-Direktor Peter Füglistaler beim Erdmannlistein, dem für ihn nach wie vor liebsten Platz im Freiamt.

BAV-Direktor Peter Füglistaler beim Erdmannlistein, dem für ihn nach wie vor liebsten Platz im Freiamt.

Toni Widmer

Das mächtige Steingebilde des Erdmannlisteins imponiert ihm immer noch. Doch als Direktor des Bundesamtes für Verkehr fasziniert Peter Füglistaler zwischenzeitlich an seinem Freiämter Lieblingsplatz auch etwas, das viel unscheinbarer ist: «Es gibt meines Wissens nirgendwo eine Bahnhaltestelle wie die vom Erdmannlistein mitten im Bremgarter Wald. Ganz sicher gibt es jedoch nirgends eine Fahrplantafel, die fernab der Gleise mitten in den Bäumen steht wie hier», sagt er.

Peter Füglistaler (57) wohnt heute in Wabern bei Bern, ist aber in Wohlen aufgewachsen. Den Erdmannlistein verbindet er nicht mit grossen Abenteuern in der Jugendzeit. Diese habe er anderswo erlebt. «Ich bin im Wohler Aeschquartier gross geworden und unser Spielplatz war das Notter-Areal. Vorne auf dem grossen Platz haben wir Fussball gespielt und im hinteren Teil sind wir auf den Maschinen und dem Baumaterial herumgeklettert, wenn niemand in der Nähe war.»

Sieger an einem Kreisturnfest

Dabei ist Klettern gar nicht sein Ding: «Zuoberst auf dem Erdmannlistein war ich nie. Meine Brüder haben das geschafft. Ich hatte davor zu viel Respekt.» Und auch die Erdmannli konnte er nicht aus dem Loch unter den Findlingen hervorlocken, wo sie sich laut der Sage versteckt halten.

«Dazu müsste man die Luft solange anhalten, bis man siebenmal um den Stein herumgerannt ist. Ich habe es höchstens zweimal geschafft und mit ein bisschen Mogeln vielleicht dreimal», schmunzelt er. Dabei war und ist Füglistaler sehr sportlich. Immerhin hat er in jungen Jahren an einem Kreisturnfest in Villmergen den Leichtathletik-Mehrkampf gewonnen.

Der Erdmannlistein ist für Peter Füglistaler ein Platz, den er bis heute stark mit seiner Familie verbindet: «Hier war ich oft mit meinen Eltern und meinen sieben Geschwistern zum brötle und hierher spazieren wir immer, wenn sich der Füglistaler-Clan zum traditionellen Verwandtentreffen in der Bremgarter Waldhütte versammelt.» Dieser Anlass, erklärt er, finde seit über 30 Jahren immer am Bettag statt und bisher habe er noch selten eines dieser Treffen ausgelassen.

Ausflugsziel des Füglistaler-Clans

Peter Füglistaler hat gute Erinnerungen an das Freiamt und insbesondere an seinen Heimatort. Doch leben möchte er hier nicht mehr. Wohlen habe in seiner Jugendzeit im Freiamt eine grosse Bedeutung als regionales Zentrum gehabt: «Wohlen war etwas.» Doch diese Bedeutung habe die Gemeinde seiner Meinung nach weitgehend verloren: «Die politischen Querelen haben zu einem Stillstand geführt. Wohlen hat sich zu wenig entwickelt», sagt er.

Dennoch: «Mein Bruder wohnt in unserem Elternhaus, dort treffen wir uns jede Weihnacht zu einer Familienfeier. Ich besuche Wohlen auch unter dem Jahr ab und zu und bin immer wieder gerne hier. Doch mein Leben spielt heute in Bern, in dieser weltoffenen und kulturell lebendigen Stadt fühle ich mich sehr wohl.»

Von den SBB zum BAV

Peter Füglistaler, 57, hat in Wohlen die Schulen besucht und sich nach einer Banklehre zum promovierten Volkswirtschaftler weitergebildet.

Er arbeitete bei der Eidgenössischen Finanzverwaltung und später bei den SBB, wo er Mitglied der Geschäftsleitung der Unternehmenseinheit Infrastruktur war.

Im Dezember 2009 wurde Füglistaler vom Bundesrat zum Direktor des Bundesamtes für Verkehr gewählt. (to)