Berikon

Pensionierter Vogelfreund sucht Mauersegler

Willi Mosimann arbeitet in seinem Hobbyraum an Nisthilfen für verschiedeneVogelarten. Dominic Kobelt

Willi Mosimann arbeitet in seinem Hobbyraum an Nisthilfen für verschiedeneVogelarten. Dominic Kobelt

Willi Mosimann opfert einen Grossteil seiner Freizeit für das Bauen und Reinigen von Nisthilfen. Egal für Waldkauz, Turmfalke oder Schleiereule. Am liebsten hat er aber Mauersegler. Ihnen möchte er sich im nächsten Jahr besonders widmen.

Willi Mosimann hat schon Tausende Nisthilfen gebaut, und noch viel mehr herausgeputzt. Egal ob Waldkauz, Turmfalke oder Schleiereule, Mosimann liegen die Vögel am Herzen und für sie opfert er einen Grossteil seiner Freizeit. Betreut werden die Nisthilfen durch den Natur- und Vogelschutzverein Berikon, wo Mosimann Mitglied ist – zusätzliche Projekte macht er auf privater Basis, geht an Vorträge und informiert sich im Internet.

«Das Schreinern, das Arbeiten mit den Händen, wenn ich Vogelhäuser und Nisthilfen baue, das macht mir besonders Spass», sagt Mosimann. Er schätzt es, dass Bauern oder Private Scheunen oder Ställe zur Verfügung stellen. Die Vorbereitung, geeignete Standorte zu suchen und den Kontakt mit den Eigentümern zu pflegen, sei ihm wichtig und bereite ihm Freude. Für die Natur habe er sich schon immer interessiert, seit er pensioniert ist, kann er viel mehr Zeit in sein Hobby investieren. «Zeit hat man ja eigentlich immer, nur die Prioritäten muss man richtig setzten», sagt er und lacht.

Unterstützung willkommen

Lieber als über sich spricht er aber über die Vögel. Vieles lerne man mit der Erfahrung, erzählt er – zum Beispiel wie man für Nisthilfen den optimalen Standort findet. «Manche Vogelarten haben es gerne, wenn ein paar Nester nebeneinander sind, andere beginnen zu streiten, wenn sie von ihrem Nest aus ein anderes sehen.» Da ist es wichtig, dass Mosimann die Leute beraten kann.

«Ein Bauer hatte es gut gemeint und eine Bruthilfe für Mehlschwalben so aufgehängt, dass das Loch gegen oben schaute, damit die Jungen nicht so leicht herausfallen. Allerdings kann eine Mehlschwalbe so nicht hineinfliegen, weil sie immer von unten angeflogen kommt.»

Mosimann ist auch gerne bereit, sein Wissen weiterzugeben. «Wenn jemand Interesse hat, bei der Betreuung der Mehl- und Rauchschwalben zu helfen, kann er sich gerne bei mir melden», so der Pensionär. Die Schwalben benötigten mehr Vorkenntnisse betreffend Standort und Anordnung der Nisthilfen als etwa Waldkauze oder Turmfalken.

Die Nisthilfen werden vorwiegend im Stall oder unter Dachvorsprüngen angebracht. «Im Moment ist es für mich noch kein Problem, auf die Leiter zu steigen, aber irgendwann wird es
für mich zu gefährlich», erzählt der Beriker.

Mauersegler gesucht

Besonders spannend findet Mosimann den Mauersegler, ihm möchte er sich im nächsten Jahr besonders widmen. «Allerdings muss man dazu wissen, wo er bereits vorkommt, denn es ist schwer, ihn in ein neues Gebiet zu locken.» Deshalb ist er froh, wenn er darüber informiert wird, wenn Mauersegler gesichtet werden.

Der Zugvogel hat nicht mehr viele natürliche Nistmöglichkeiten. Er hat ein dunkles Gefieder, im Flug sind die markanten, sichelförmigen Flügel zu erkennen. Aus seinem Winterquartier kehrt er Ende April, Anfang Mai zurück, bereits Ende Juli, Anfang August macht er sich auf den Rückflug. «An Sommerabenden fliegen die Mauersegler kreischend in Schwärmen um die Häuser», erzählt Mosimann. «Der Vogel verbringt sein ganzes Leben in der Luft oder im Nest – auf dem Boden ist er selten. Er hat kurze Beine, damit kann er sich gut an Mauern festhalten, aber vom Boden aus kann er nicht gut starten.»

Seine Leidenschaft aufgeben wird der Vogelfreund aber sicher noch nicht so bald – in seinem Hobbyraum werden bestimmt noch viele Vogelhäuschen und Nisthilfen entstehen.

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